Artikel vom 23.07.2007, Druckdatum 09.12.2019

Mit Solarthermie heizen und kühlen in Einem

Derzeit wird im Rahmen des Solarthermie2000plus Programms in Fürth ein Modellprojekt zur solarautarken Kühlung, Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung in einem mittelständischen Betrieb mit Büronutzung installiert. Ziel des Einsatzes der thermischen Solaranlage ist es, den Primärenergiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung weiter zu senken und in den Hauptsonnenerntezeiten damit das Kühlsystem zu betreiben.

Nach den extremen Erfahrungen des heißen Sommers 2003 wurde in dem Fürther Betrieb bereits im Jahr 2004 auf die Südfassade ein außen liegender Sonnenschutz installiert. Um eine noch effizientere Kühlung zu gewährleisten wird jetzt aber eine weitere Maßnahme umgesetzt: Eine solarthermische Heiz- und Kühlanlage. Das im Rahmen des Solarthermie2000plus Programms vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geförderte Projekt wird in diesen Wochen fertig gestellt.

Das technische System hat eine Leistung von 30 KW, es versorgt 1.000 Quadratmeter Nutzfläche, die zu beheizen bzw. zu kühlen sind. Das Kühlsystem stellt einen Prototypen dar, der später nicht nur im Gewerbe, sondern auch in der Wohnungswirtschaft bei Mehrfamilienhäusern Anwendung finden könnte. Ziel des Einsatzes der thermischen Solaranlage ist es, den Primärenergiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung weiter zu senken und in den Hauptsonnenerntezeiten damit das Kühlsystem zu betreiben.

Die dafür vorgesehene Kollektorfläche beträgt zirka 100 Quadratmeter und ist als Aufdachmontage auf die nach Süden orientierte Sparrendachkonstruktion gesetzt worden. Bei der Solaranlage handelt es sich um das Konzept der Firma Solvis mit einem Schichtspeichervolumen von 3.700 Liter. Da im Sommer der Wärmebedarf auf die Warmwasserbereitung beschränkt ist, wird mit der überschüssigen Energie der Solarkollektoren Kälte erzeugt. Hierzu kommt eine Absorptionskälteanlage zum Einsatz. Die Konzeption sieht vor, eine solare Kältedeckungsrate im Sommer von 100 Prozent zu erzielen.

Als Absorptionskälteanlage kommt der gerade erst entwickelte Typ Wegracal-SE30 zum Einsatz. Bei einer Kühlwassertemperatur von 27 Grad Celsius und einer erforderlichen Kaltwassertemperatur von zirka 17 Grad Celsius für eine stille Kühlung (Kühlkonvektoren ohne Lüfter) kann der Kältebedarf mit dieser Kühlmaschine mit Antriebstemperaturen von weniger als 75 Grad Celsius gedeckt werden. Diese vergleichsweise geringe Heizwassertemperatur ermöglicht dann den Einsatz von leistungsoptimierten Flachkollektoren, die die Wirtschaftlichkeit, Wartungsfreiheit und Reparaturbeständigkeit von Röhrenkollektoren übertreffen, und trägt auch zu einer Erhöhung des Kollektorwirkungsgrades bei.

Neben der Kälteerzeugung wird die gewonnene thermische Solarenergie außerhalb der Kühlperiode auch zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung genutzt und überschüssige Wärme in den Übergangszeiten (Frühjahr und Herbst) unentgeltlich dem angrenzenden Kurbad synergetisch zur Verfügung gestellt.

Quelle: DGS-News
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