Artikel vom 25.09.2007, Druckdatum 22.09.2020

Greenpeace: „CO2-Reduktionsziele keine Option, sondern ein Muss“

Endlich hätten auch die Chefetagen der deutschen Industrie verstanden, dass sie bei der Bekämpfung des Klimawandels die Hauptrolle spielen, so der Greenpeace-Energie-Experte Jörg Feddern anlässlich der Vorstellung der aktuellen Studie „Kosten und Potenziale der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland“ des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) heute in Berlin. Die Studie zeige, dass Deutschland rund 25 Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen so vermindern kann, dass sich die notwendigen Kosten in einem absehbaren Zeitraum rechnen.

Nach dieser Zeit ließen die Investitionen sogar die Kassen der Unternehmen klingeln, so Greenpeace. „Doch sollen deshalb die CO2-Reduktionsziele im Sinne des BDI nur unter Kostenaspekten für die Industrie gesetzt werden?“, fragt der Greenpeace-Experte weiter, und seine Antwort lautet „Nein!“. Erfolgreicher Klimaschutz brauche schnelles und entschiedenes Engagement.

Die von Wissenschaftlern vorgegebenen Reduktionsziele seien keine Option, sondern ein Muss, wolle man die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern. Und deren volkswirtschaftliche Kosten könnten sich allein für Deutschland auf 800 Milliarden Euro summieren. Deshalb müsste bis 2020 der Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent reduziert werden – „ohne Wenn und Aber“.

Doch genau diesen notwendigen Weg zeige die Studie nicht. Statt dessen favorisierten die Autoren die weitere Nutzung der besonders klimaschädlichen Braun- und Steinkohle und propagierten den Einsatz der Kohlendioxid-Speicherung. Feddern: „Eine Technik, von der wir heute noch nicht einmal wissen, ob sie funktionieren und was sie kosten wird.“ 

Vernachlässigt werde dagegen der massive Ausbau aller Erneuerbaren Energien, die Einsparpotenziale im Energiesektor und der Ersatz von Stein- und Braunkohle durch den effizientesten fossilen Energieträger, Gas. „Das ist die Handschrift der Energiewirtschaft innerhalb des BDI“, so Fedder.

Zu Recht fordere die Studie klare politische Rahmenbedingungen, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Die könnten im Sinne des Klimaschutzes aber nur heißen: „Keine neuen Braunkohlekraftwerke, Energieeffizienz steigern und Erneuerbare Energien ausbauen.“

Quelle: Greenpeace, ppenergie

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