Artikel vom 22.11.2007, Druckdatum 20.10.2020

Gabriel: „Fotovoltaik ist gesellschaftlich notwendige Investition“

„Wirtschaftliches Denken und Engagement für den Klimaschutz sind kein Widerspruch – im Gegenteil, sie gehören untrennbar zusammen“, so eine der Kernbotschaften von Sigmar Gabriel anlässlich seines Besuches bei der SMA Technologie AG. Der Bundesumweltminister zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der SMA Technologie AG zum Weltmarktführer im Bereich von Solar-Wechselrichtern. Bei Unternehmen wie SMA werde deutlich, dass Technologieführerschaft unabdingbare Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit sei. Gabriel sagte, er sei optimistisch, dass sich die positive Entwicklung auch nach der Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) weiter fortsetzen werde.

Während seines Besuches informierte sich der Bundesumweltminister ausführlich über das Unternehmen SMA, den Technologieführer im Bereich der Systemtechnik für Fotovoltaik Zusammen mit den SMA Vorständen Günther Cramer, Peter Drews, Pierre-Pascal Urbon und Reiner Wettlaufer sowie dem Baunataler Bürgermeister Manfred Schaub diskutierte Sigmar Gabriel über die Zukunfts- und Wachstumschancen der Fotovoltaik sowie die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes.

Dabei verdeutlichte Günther Cramer, Vorstandssprecher der SMA Technologie AG, dass realistische und weitsichtige gesetzliche Rahmenbedingungen für das Wachstum und die Zukunft der gesamten Branche von elementarer Bedeutung seien: „Wir brauchen einen stabilen deutschen Markt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Deutschland muss seinen herausragenden Status als Technologieführer nicht nur erhalten, sondern noch weiter ausbauen. Diese Entwicklung darf durch eine zu ehrgeizig angelegte EEG Novelle keinesfalls gefährdet werden“, so Cramer im Gespräch mit dem Minister.

Cramer wies weiter darauf hin, dass in der Debatte zum EEG auch die fortschreitende Entwicklung der Technologien und die dadurch möglichen Kostensenkungen berücksichtigt werden sollten. „Das deutsche EEG ist ein Exportschlager mit Vorbildfunktion. Die hervorragende Position der deutschen Systemtechnik für Fotovoltaik muss im Hinblick auf den Exportmarkt weiter ausgebaut werden. Wir hoffen, dass der von der Bundesregierung eingeschlagene Weg zur Förderung der regenerativen Energien über das EEG zu Ende gegangen wird und dass Deutschland auch nach der Novellierung hier seine Vorreiterrolle weiterhin behaupten kann“, so Günther Cramer.

Es lohne sich, den eingeschlagenen Weg weiter fortzusetzen, denn die Stromversorgung mit Sonnenenergie biete laut Cramer nicht nur ein großes Potenzial für Deutschland. Sie könne vielmehr weltweit zu einer flächendeckenden, umweltfreundlichen und sicheren Energieversorgung beitragen. Allein in Deutschland ließen sich Größenordnungen bis 30 Gigawatt-Peak dezentraler Fotovoltaikleistung problemlos in das bestehende elektrische Versorgungsnetz einspeisen, ohne zusätzliche Speichertechnologien zu benötigen.

Nicht zuletzt sei die Fotovoltaik ein zunehmend wichtiger Wirtschaftsfaktor, der nicht nur in der Region Nordhessen Arbeitsplätze schaffe. Der rege Austausch zwischen den Universitäten der Region und Institutionen wie dem ISET oder dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) fördere das Innovationsklima und sorge für weitere Impulse. Diese Zusammenarbeit wird auch von der Bundesregierung honoriert: Der Minister hatte am Vortag dem Geschäftsführer des deENet, Dr. Martin Hoppe-Kilpper, zugesagt, dass der Bund die weitere Arbeit des Kompetenz-Netzwerks mit rund 1,3 Millionen Euro fördern werde.

„Mit 225.000 Beschäftigten ist die Branche der Erneuerbaren Energien eine deutsche Erfolgsgeschichte“, so Sigmar Gabriel beim anschließenden Gespräch mit Pressevertreterinnen und -vertretern. Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass diese Zahl bis zum Jahr 2020 nahezu verdoppelt werden könne, denn auch das dichte Innovationsklima in Nordhessen begünstige diese Entwicklung enorm. „Ich bin optimistisch, dass wir den Anteil am Strom aus erneuerbaren Energien im Jahr 2020 auf 30 Prozent erhöhen werden“, so der Bundesumweltminister.

Darüber hinaus müsse man gemeinsam daran arbeiten, dass die Notwendigkeit und die Hintergründe der Energieerzeugung mit Hilfe der erneuerbaren Energien stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücke: „Derzeit kosten die Erneuerbaren den Verbraucher gerade einmal einen Euro im Monat; künftig maximal eineinhalb Euro monatlich. Das sollte uns die Zukunft unserer Kinder wert sein“, so Gabriel. 

Die Fotovoltaik sei eine gesellschaftlich notwendige Investition. Als Gast beim „Weltmeister“ SMA habe er viel gelernt. „Ich nehme wichtige Hinweise der Industrie für die Erneuerbare Energien-Debatte der kommenden zwei Wochen mit“, sagte der Minister zum Abschluss des Gesprächs. Am 5. Dezember 2007 will das Bundeskabinett die Novelle zum Erneuerbaren Energie Gesetz beschließen.

Quelle: SMA Technologie AG
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