Artikel vom 15.03.2006, Druckdatum 23.11.2020

Die Kosten haben wir sowieso

Intelligente Lösungen statt rückständiger Ressourcenkahlschlag – auf diese kurze Formel könnte die Zukunft der Energie gebracht werden. Rohstoffe zu verheizen oder zu Strom zu machen, ist eigentlich anachronistisch. Die Energieversorgung, die einst „modern“ war, ist es heute nicht mehr. Die heutigen und zukünftigen Ressourcen liegen in den Köpfen: Wissen und Technologie schafft intelligente Lösungen für Klimaschutz und mehr Gerechtigkeit.

Heute wie früher wissen wir, dass Sonne Wind und Wasser nahezu unerschöpfliche Energiequellen sind. Im Gegensatz zu früher wissen wir heute aber auch, wie wir diese Energien intelligent „anzapfen“ können. Allein von der Strahlkraft, die die Sonne in einer Stunde auf die Erde schickt, könnte die Menschheit ein Jahr lang ihren gesamten Energieverbrauch decken. Und diese Energie steht allen Menschen überall auf der Welt kostenlos zur Verfügung.

Ob Fotovoltaik Solar- oder Geothermie Windkraft und Biomasse – gerade im Bereich Erneuerbare Energien gehört Deutschland zu den führenden Nationen, was Know-how, Technologie und Innovationskraft betrifft. Hier bieten sich auch wirtschaftlich große Chance, den Standort Deutschland zu stärken und gleichzeitig Klimaschutz zu betreiben. „Mit umweltorientierten Innovationen bauen wir unsere Technologieführerschaft aus, stärken die Wettbewerbsfähigkeit und schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, kürzlich in Berlin.

Umweltverträglichere, zukunftsorientierte Energiesysteme sind aber nicht nur ein Standortfaktor. Die Bekämpfung des weltweiten Klimawandels ist auch eine der zentralen sozialen und ökonomischen Herausforderungen des Jahrhunderts. Es geht darum, internationale Spannungen und Verteilungskonflikte wegen des weltweit steigenden Energiehungers zu vermeiden. „Wenn sich der heutige Kurs der extensiven Energienutzung weltweit weiter fortsetzt, werden Konflikte, Abhängigkeiten und ökologische Krisen zunehmen. Schon heute gibt es mehr Umweltflüchtlinge als Kriegsflüchtlinge. Experten rechnen damit, dass die Zahl der Umweltflüchtlinge in den nächsten zwanzig Jahren auf 100 Millionen wächst“, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD).

Intelligenz ist also gefragt. Allein die volkswirtschaftlichen Schäden aus den Folgen des Klimawandels können nach Aussage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ab 2050 in Deutschland weit mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Geld, das doch besser jetzt in innovative Technologien, Forschung und Entwicklung und konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien gesteckt wird. 

„Investitionen in Energieintelligenz sind ein Beitrag zur Standortsicherung der gewerblichen Wirtschaft, denn Energieintelligenz verschafft den Unternehmen einen Alleinstellungsvorsprung und sie erhöht die Fertigungstiefe. Der entscheidende Schlüssel unserer energiepolitischen Strategie liegt in der Anerkennung der Energie- und Ressourcenproduktivität als Produktionsfaktor. Er wird zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor", so der Bundesumweltminister vor wenigen Tagen auf der SPD-Energiekonferenz. Nutzen wir also die Chancen, die in unserem Wissen stecken. Die Kosten haben wir sowieso.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Autorin: Petra Forberger für www.solarportal24.de

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