Artikel vom 25.04.2008, Druckdatum 14.08.2020

Fotovoltaik-Anlage auf Züricher Stadion „ästhetisches Gesamtkunstwerk“

Auf dem Züricher Stadionneubau Letzigrund hat die Freiburger SolarMarkt AG die derzeit größte Fotovoltaik Anlage der Stadt mit einer Leistung von 223 Kilowatt und insgesamt 1.276 Modulen gebaut. Die Anlage passt sich nach Angaben des Unternehmens optimal in das Gesamtkunstwerk ein und liefere dabei sehr gute Erträge: Aktuell liegen die Ertragszahlen rund 10 Prozent über den Prognosen, die von jährlich 850 Kilowattstunden pro installiertes Kilowatt Leistung ausgingen.

Für den künstlerischen Stadionneubau hat die SolarMarkt AG eine Sonderlösung entwickelt, die ästhetische, statische und ökonomische Belange vereint. So hat das Züricher Stadion mit der Gruppe C nicht nur die hochkarätigsten Begegnungen der Gruppenphase erhalten, sondern auch eine Fotovoltaik Anlage mit hohem Anspruch an das Engineering, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

„In seiner leichten und transparenten Bauweise ist das Stadion Letzigrund ein Gebäude mit hohem architektonischen Anspruch“, schwärmt Walter Leithold, Vorstandsvorsitzender der SolarMarkt AG. „Für uns war das eine gute Gelegenheit, unsere Kompetenz beim Fotovoltaik Anlagenbau unter Beweis zu stellen. Die Anlage passt sich optimal in das Gesamtkunstwerk ein und liefert dabei sehr gute Erträge.“ Die Anlagenplanung stammt von der SolarMarkt AG aus Freiburg. Die Schweizer Tochter SolarMarkt GmbH aus Aarau hat die Anlage innerhalb von nur sechs Wochen gebaut. Sie konnte sich bei einer Ausschreibung des Elektrizitätswerks Zürich gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen.

Anders als die meisten Fußballstadien, die als riesige Solitäre aus dem städtischen Gefüge herausragen, fügt sich das Stadion Letzigrund in seine Umgebung ein. Zu diesem Zweck wurde das Fußballfeld samt Tartanbahn um sieben Meter tiefer gelegt, so dass die Arena von außen teilweise nur wenige Meter hoch ist. Aus optischen Gründen wurde daher auf die sonst üblichen Fotovoltaik Aufständerungen verzichtet. Stattdessen liegen die elf Modulfelder nur etwa 80 Zentimeter über der Dachhaut. Statt dem üblichen Neigungswinkel um die 30 Grad nutzen die Modulfelder lediglich die Dachneigung von fünf Grad. Die optimale Systemauslegung gleicht den geringeren Ertrag der nur leicht geneigten Modulfelder aus.

Als Alternative zu den Aufständerungen wurden Stahlträger angebracht, die nur an wenigen Punkten mit dem Dach verbunden sind. Dadurch konnte die Anzahl der Bohrlöcher auf ein Minimum reduziert werden. Bei einer Flachdachmontage ist aus Sicherheitsgründen eine möglichst geringe Dachdurchdringung immer das Ziel. Den großen Abstand zwischen den Stahlträgern überbrücken statisch besonders belastbaren Montageprofile der Freiburger Creotecc GmbH. Der breite Unterbau erlaubt eine Spannweite von bis zu 3,30 Meter bei einer Belastung von 80 Kilogramm pro Quadratmeter entsprechend der nach DIN 1055 definierten Schnee- und Windlastzone 2.

Die Anlage ist seit Ende August 2007 am Netz. Die seither erzielten Ertragszahlen liegen rund 10 Prozent über den Prognosen, die von jährlich 850 Kilowattstunden pro installiertes Kilowatt Leistung (kWh/kWp) ausgingen. Als Eigentümerin erhält die SolarMarkt AG für den eingespeisten Strom 20 Jahre lang eine feste Vergütung von der Solarstrombörse des Elektrizitätswerks Zürich.

Das Stadion Letzigrund ist eine multifunktionale Arena, die je nach Event zwischen 25.000 (Fußball), 30.000 (Leichtathletik) und 50.000 (Openair-Konzerte) Besuchern Platz bietet. Die Kosten für den Neubau betragen rund 120 Millionen Franken (etwa 75 Millionen Euro). Für zusätzliche 9,25 Millionen Franken (etwa 5,75 Millionen Euro) wird das Stadion für die drei Endrundenspiele der Fußball-Europameisterschaft in Zürich temporär angepasst. Vier zusätzliche Sitzreihen schaffen Platz für insgesamt 30.000 Zuschauer, die Medieninfrastruktur wird auf 80 Kommentatorenplätze und vier TV-Studios erweitert. Das neue Stadion ersetzt den 1925 eröffneten Vorgängerbau.

Quelle: SolarMarkt AG
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