Artikel vom 05.05.2008, Druckdatum 20.01.2021

„SiliconFOREST“ – die wissenschaftliche Zukunft der deutschen Fotovoltaik-Industrie

In der Regel trifft man die höchste Konzentration an Nachwuchs-Forscherinnen und -Forschern auf wissenschaftlichen Konferenzen. Die deutsche Solarzellenforscher-Szene hat seit vier Jahren noch einen weiteren wichtigen Treffpunkt: den Schwarzwald. Dort treffen sich jährlich über 100 Doktoranden, Diplomanden und PostDocs der kristallinen Siliziumwafer-Technologie zum „SiliconFOREST“.

Die deutsche Fotovoltaik Industrie ist technologisch weltweit führend. Während im wichtigsten Wettbewerbsland Japan insbesondere die anwendungsorientierte Forschung in den Fotovoltaik Firmen selbst stattfindet, spielen in Deutschland universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen eine wichtige Rolle. 

Deren Potenzial zusammenzuführen und durch intensiven Austausch noch weiter zu optimieren war die treibende Motivation für Stefan Glunz, Abteilungsleiter Solarzellen – Entwicklung und Charakterisierung am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und selbst Betreuer von sieben Doktoranden. „Wir versammeln im SiliconFOREST jedes Jahr die wissenschaftliche Zukunft der deutschen Fotovoltaik Industrie“, so Glunz.
 
Und weiter: „Die jungen Forscherinnen und Forscher begegnen sich hier in einer entspannten Atmosphäre auf der Arbeitsebene, Schwellen zwischen den Instituten werden reduziert, so dass auf hohem technisch/wissenschaftlichen Niveau ein wirklich intensiver Austausch stattfinden kann. Die großen Konferenzen haben oft den Charakter eines Schaulaufens für die Industrie, bei SiliconFOREST werden auch kritische Fragen diskutiert.“ 

Das Kürzel „SiliconFOREST“ steht für FORtschritte in der Entwicklung von Solarzellen Strukturen und Technologien. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe von Dr. Stefan Glunz vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, gemeinsam mit Dr. Jan Schmidt vom Institut für Solarforschung in Hameln ISFH und Dr. Giso Hahn von der Uni Konstanz. Veranstalter ist die PSE AG in Freiburg. 

Die Gäste kommen aus bis zu 15 verschiedenen deutschen Forschungseinrichtungen und nutzen die positive Stimmung in einem abgelegenen Haus auf dem Feldberg im Schwarzwald nicht nur für Gespräche über ihre eigenen Arbeiten, jedes Jahr gibt es auch einen Gastreferenten. Beim jüngsten SiliconFOREST Ende Februar 2008 war dies Prof. Peter Würfel von der Universität Karlsruhe, der die Zuhörer mit einem Vortrag über die physikalischen Grundlagen von Solarzellen begeisterte. Der nächste SiliconFOREST findet im Frühjahr 2009 statt. 

Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
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