Artikel vom 26.02.2009, Druckdatum 14.08.2020

Fotovoltaik: WACKER plant neue Produktions-Anlage für Polysilizium in den USA

Die Wacker Chemie AG (München) will mittelfristig in den USA einen neuen Standort für die Herstellung von polykristallinem Reinstsilizium errichten und hat hierzu ein Grundstück im U.S.-Bundesstaat Tennessee erworben. Wacker ist derzeit eigenen Angaben zufolge der weltweit zweitgrößte Hersteller von polykristallinem Reinstsilizium. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Solarsilizium hat der Geschäftsbereich Wacker Polisilicon seine Produktion Schritt für Schritt ausgebaut und beliefert seit dem Jahr 2000 verstärkt auch die Fotovoltaik Industrie.

Das im Bradley County gelegene Grundstück im U.S.-Bundesstaat Tennessee hat eine Größe von etwa 220 Hektar und bietet damit Unternehmensangaben zufolge ausreichend Platz für einen neuen, silizium-basierten Verbundstandort. Der Kaufpreis für das Grundstück beträgt knapp 20 Millionen US-Dollar. Mittelfristig beabsichtigt Wacker, in den Aufbau des neuen Standortes rund 1 Milliarde US-Dollar zu investieren und dadurch etwa 500 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Grundstücksgröße, eine gesicherte Energieversorgung, die Verfügbarkeit von Chlor direkt vor Ort sowie die sehr gute Verkehrsanbindung seien wichtige Faktoren für die Attraktivität dieses Standortes, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

„Wir erwarten, dass der Polysiliziumbedarf der Solar- und Halbleiterindustrie auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird“, erläuterte Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG. „Der Erwerb dieses Grundstücks ist für uns eine wichtige Voraussetzung, um im Einklang mit der Markt- und Nachfrageentwicklung zügig weitere Produktionskapazitäten außerhalb der Eurozone aufbauen zu können.“

Ausschlaggebend für die Standortwahl waren laut Staudigl nicht nur die guten infrastrukturellen Voraussetzungen, sondern auch die hervorragende Unterstützung durch die lokalen Behörden und Geschäftspartner. Das mit dem Grundstückserwerb verbundene Förderpaket umfasst unter anderem die Bereitstellung der notwendigen Verkehrsanbindungen sowie die gesicherte Versorgung mit Wasser und Elektrizität. Beides sind wesentliche Voraussetzungen für die Produktion von hochreinem Polysilizium. Darüber hinaus sind in Tennessee die Strompreise besonders günstig. Sie sind nur etwa halb so hoch wie an vergleichbaren Standorten in Deutschland. „Unsere Ansprechpartner auf allen Ebenen, sowohl im Staat Tennessee als auch in Bradley County, waren außerordentlich kooperativ und haben unser Vorhaben nach Kräften unterstützt“, lobte der Konzernchef.

„Diese Ankündigung stärkt die Reputation von Tennessee als Innovationszentrum für die Entwicklung und Produktion umweltfreundlicher Technologien zur Energieerzeugung“, sagte der Gouverneur des Staates Tennessee Phil Bredesen. „Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Wacker hier investieren will und dass das Unternehmen von der Produktivität der Menschen in Tennessee überzeugt ist. Ich freue mich darüber, dass Wacker unseren Staat als Standort ausgewählt hat, um seine Position im Wachstumsmarkt Solarenergie weiter auszubauen.“

Die Wacker Chemie AG (München) und der SCHOTT Solar GmbH (Alzenau) haben im April 2008 in Jena (Thüringen) ein neues Werk zur Herstellung von Siliziumwafern für die Solarindustrie offiziell in Betrieb genommen. Das Joint Venture WACKER SCHOTT Solar GmbH stellt Wafer aus Reinstsilizium her, die das Ausgangsmaterial für polykristalline Solarzellen sind. In den kommenden Jahren will WACKER SCHOTT Solar an den Standorten Jena (Thüringen) und Alzenau (Bayern) gemeinsam insgesamt rund 370 Millionen Euro investieren und damit mindestens 700 neue Arbeitsplätze schaffen. Bis 2012 ist geplant, die gesamte Fertigungskapazität für Solarwafer schrittweise auf rund ein Gigawatt pro Jahr zu erweitern.

Quelle: Wacker Chemie AG
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