Artikel vom 24.05.2006, Druckdatum 24.10.2020

Denkmalschutz kein Hindernis beim Energiekostensenken

Die Stadt Nürnberg ist in Deutschland der erste offizielle Partner im GreenBuilding-Programm der Europäischen Kommission. Sie wurde jetzt für die vorbildliche Sanierung eines ehemaligen Gasthaus- und Verwaltungsgebäude im Schlacht- und Viehhof ausgezeichnet. Ziel des GreenBuilding-Programms ist, die enormen Energieeffizienzpotenziale in Nichtwohngebäuden zu erschließen und voran zu bringen. Koordinationspartner in Deutschland ist die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena).

Gebäude sind zu nahezu 40 Prozent für den Endenergiebedarf in Europa verantwortlich. Deshalb bezeichnet die Europäische Kommission diesen Bereich als Schlüsselbereich für Energieeffizienz. Laut Grünbuch Energieeffizienz könnten allein durch verbesserte Techniken zur Gebäudeheizung bzw. -kühlung enorme Energieeinspareffekte erreicht werden. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Energie- (und somit Unterhalts-) Kosten und damit Wettbewerbsfähigkeit. Denn eingesparte Energiekosten müssen nicht auf Preise umgelegt werden. Von den (positiven) Effekten für Klima und Nutzungsqualität mal ganz zu schweigen. 

Die Europäische Union hat deshalb Anfang 2005 in zehn EU-Mitgliedsstaaten das „GreenBuilding“-Programm gestartet. Ziel ist, die Energieeffizienzpotenziale in Büro- und Dienstleistungsgebäuden zu erschließen und voran zu bringen. In Deutschland ist es die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), die die Pilotphase des EU-Programms koordiniert. Die dena stellt Eigentümern von Nichtwohngebäuden kompaktes Informationsmaterial zur Verfügung, das anschaulich zeigt, welche Energieeffizienzmaßnahmen bei Gebäudehülle, Anlagen- und Gerätetechnik in Frage kommen. Dazu gehören zum Beispiel Empfehlungen zur Wärmeversorgung, Belüftung und Beleuchtung oder zu Bürogeräten.

Annegret-Cl. Agricola, dena-Bereichsleiterin Energieeffizienz im Strombereich: „Gerade bei Büro- und Dienstleistungsgebäuden bestehen große wirtschaftliche Einsparpotenziale. Wer sie nutzt, kann seine Energiekosten deutlich senken und steigert gleichzeitig die Qualität und den Wert seines Gebäudes. In Zeiten steigender Energiepreise ist das für Städte und Kommunen ein entscheidendes Thema“.

Übrigens ist Denkmalschutz kein Hindernis bei der Umrüstung von Altbauten auf Niedrigenergiehausstandard. Das hat jetzt die Stadt Nürnberg bewiesen, die ein ehemaliges Gasthaus- und Verwaltungsgebäude im Schlacht- und Viehhof energetisch saniert hat. In dem denkmalgeschützten Gebäude konnte durch entsprechende Maßnahmen der Primärenergiebedarf um 80 Prozent (!) gesenkt werden. Deshalb wurde die Stadt Nürnberg in Deutschland der erste offizielle Partner im GreenBuilding-Programm und von der Europäischen Kommission für vorbildliche Energieeffizienz ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Programm unter www.green-building.de.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Autorin: Petra Forberger für www.solarportal24.de






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