Artikel vom 05.01.2010, Druckdatum 01.03.2024

Bank Sarasin: Erneuerbare Energietechnologien profitieren langfristig

Auch wenn Kopenhagen nicht der große Wurf geworden ist: Der in der Energiewirtschaft begonnene Umgestaltungsprozess wird nicht mehr gestoppt werden. Der erneuerbare Energiesektor profitiert und bleibt langfristig attraktiv. So jedenfalls sieht das die Schweizer Bank Sarasin. Deren jüngsten Prognosen bestätigen vor allem der Solarindustrie glänzende Aussichten: Das globale Wachstum 2010 im Photovoltaik Markt (PV) wird von ihr auf 46 Prozent geschätzt.

Der Ausgang der Verhandlungen in Kopenhagen war mehr als ernüchternd. Dennoch wächst der Handlungsdruck auf die einzelnen Nationen weiter. Denn angesichts der schwindenden Öl- und Gasressourcen ist eine Umgestaltung des Energiesystems nötig, die in die gleiche Richtung läuft, wie es die Lösung der Klimafrage erfordert. 

Förderprogramme, die auf nationaler Ebene bereits in zahlreichen Ländern beschlossen worden sind, haben den Wirtschaftssektor der erneuerbaren Energien sowie energiesparender Technologien bereits bis heute markant gestärkt. So ist etwa die Solarindustrie dank gesteigerter Nachfrage durch staatliche Förderbeiträge zu globaler Bedeutung aufgestiegen und wird gemäß jüngsten Prognosen der Bank Sarasin voraussichtlich schnell weiter zulegen. 

In ihrer aktuellen Nachhaltigkeitsstudie „Solarwirtschaft – grüne Erholung in Sicht“ rechnet die Bank für 2010 mit einer neu installierten Photovoltaik Leistung von 8.5 Gigawatt weltweit, was einem Wachstum von 46 Prozent entspricht. Die jährlichen Wachstumsraten bis 2012 liegen demnach zwischen 45 und 50 Prozent. Für 2020 prognostiziert die Bank Sarasin, gestützt auf ökonomische Argumente und den damit zusammenhängenden positiven Aussichten für die Photovoltaik Industrie, einen Anstieg des globalen Marktvolumens auf 155 Gigawatt und liegt mit ihrer Langzeitprognose über dem politisch getriebenen Szenario der EPIA (Europäischer PV-Industrieverband). 

Nachdem der diesjährige Klimagipfel keine international verbindlichen Abkommen brachte, bleiben die Anstrengungen zur Reduktion der CO2 Emissionen Sache der einzelnen Staaten. Daher sieht die Bank Sarasin die Auswirkungen auf die weltweiten Aktienmärkte als kurzfristig vermutlich gering an. Dennoch lohne es sich langfristig, in nachhaltig operierende Unternehmen zu investieren, da selbst ohne internationale Verträge die Bemühungen weiter vorangetrieben werden müssen, so das Schweizer Geldhaus. 

Prädestiniert seien hierbei Zulieferer und Entwickler erneuerbarer und effizienzsteigernder Energietechnologien. Dies gilt insbesondere auch für Europa, das nach Ansicht der Schweizer Bank weiterhin führend bei Klimaschutzzielen bleiben wird. Demgegenüber bestünden für die Stromversorgungsbranche als weltweit größter Verursacher von Treibhausgasemissionen eher Risiken. Es sei deshalb angezeigt, einen Blick auf jene Unternehmen zu werfen, die bereits heute einen geringen CO2-Ausstoss verzeichnen, zum Beispiel solche mit einem hohen Anteil an Wasserkraft.

Ein Unternehmen aus der Sparte Energieversorger, das den strengen nachhaltigen Kriterien der Bank Sarasin entspricht, ist das österreichische Elektrizitätsunternehmen Verbund. Aber auch Erdgasförderer können profitieren, da Erdgas unter den fossilen Energieträgern die geringsten CO2 Emissionen aufweist und sich daher als Übergangslösung bis zum Erreichen einer kohlenstofffreien „Energiewende“ eignet. Von den verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Gasproduzenten, die von einer intensiveren Nachfrage profitieren, erfüllen etwa BG Group, Statoil, Southwestern Energy und Encana die Kriterien, die Sarasin für nachhaltige Investments aufgestellt hat.

Quelle: Bank Sarasin
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