Artikel vom 28.03.2011, Druckdatum 20.01.2020

Erneuerbare Energien tragen bereits 17 Prozent zur Energieversorgung in Deutschland bei

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der deutschen Stromversorgung lag 2010 mit rund 17 Prozent etwa einen halben Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Deutliche Steigerungen waren unter anderem bei der Photovoltaik zu verzeichnen. Parallel dazu stieg auch die Bedeutung der Erneuerbaren Energien als Wirtschaftsfaktor und als Beschäftigungsmotor: Rund 370.000 Arbeitsplätzen, und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahr, gehen mittlerweile auf das Konto der Erneuerbaren Energien.

Der Anstieg wurde trotz witterungsbedingter Einschränkungen erzielt, heißt es in einer Pressemitteilung zu den vorläufigen Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) für das Bundesumweltministerium. Da 2010 ein außerordentlich windschwaches Jahr war, erreichte der Windstrom-Ertrag mit 36,5 Milliarden Kilowattstunden (kWh) den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2006. Dennoch war die Windenergie mit rund 6 Prozent Anteil an der gesamten Strombereitstellung wieder die wichtigste Säule bei den erneuerbaren Energien.

Deutliche Steigerungen waren laut AGEE-Stat bei der Stromerzeugung aus Biogas sowie bei der Photovoltaik zu verzeichnen. Der Solarstrom konnte seinen Beitrag nahezu verdoppeln und rund 2 Prozent des gesamten Strombedarfs bereitstellen.

Aktuelle Szenarien zeigen demnach, dass die Erneuerbaren Energien in zehn Jahren bereits 40 Prozent zur Stromversorgung beitragen können. Dabei wird eine Steigerung um 12 Terawattstunden (TWh) pro Jahr als realistisch angesehen (1 Terawattstunde = 1 Milliarde kWh).

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch für Wärme stieg von 9,1 Prozent im Jahr 2009 auf knapp 10 Prozent im Jahr 2010. Ihr Anteil am Kraftstoffverbrauch erhöhte sich nach den Abschätzungen leicht auf 5,8 Prozent (2009: 5,5 Prozent). 

Insgesamt konnten die Erneuerbaren Energien damit 2010 bereits etwa 11 Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs an Strom Wärme und Kraftstoffen decken. Dies liegt nach Angaben der AGEE-Stat deutlich über dem Vorjahreswert (2009: 10,4 Prozent) und sei bemerkenswert, weil der Energieverbrauch aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs sowie der kalten Witterung deutlich über dem Vorjahresniveau lag. 

Auch hinsichtlich ihres Klimaschutzbeitrags konnten die Erneuerbaren Energien weiter zulegen. Sie sorgten 2010 dafür, dass rund 120 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden wurden (2009: 111 Millionen Tonnen). Allein durch die Wirkung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) waren das rund 58 Millionen Tonnen. 

Die Zahlen belegen, dass die Erneuerbaren Energien mit dem Aufschwung Schritt halten und den Trend eines kontinuierlich steigenden Anteils an unserer Energieversorgung fortsetzen konnten. 

Parallel hierzu stieg auch die Bedeutung der Erneuerbaren Energien als Wirtschaftsfaktor. Erste Abschätzungen für das BMU zeigen, dass die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien mit rund 26 Milliarden Euro nochmals etwa ein Viertel höher lagen als im Vorjahr (2009: 20,7 Milliarden Euro). 

Die mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien verbundene Beschäftigung spiegelt diese Entwicklung wider. Sie ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen und liegt nach aktuellen Abschätzungen inzwischen bei rund 370.000 Arbeitsplätzen. Gegenüber dem Vorjahr (rund 339.500 Beschäftigte) ist dies ein Plus von etwa 8 Prozent, seit 2004 (rund 160.500 Beschäftigte) deutlich mehr als eine Verdopplung. 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
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