Artikel vom 03.06.2011, Druckdatum 19.11.2019

Strom kommt aus der Steckdose: Und was steckt dahinter?

Das alltägliche Gut Strom ist immer da … Stecker in die Steckdose und los geht es. Ist das so? Grundsätzlich ja! Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH informiert, was dahinter steckt und zeigt, wie jede Verbraucherin und jeder Verbraucher in Sachsen, aber auch in ganz Deutschland, selbst entscheidet, welche Art Strom bezogen wird.

In Deutschland wird der Bedarf an elektrischem Strom zu jedem Zeitpunkt durch einen Mix unterschiedlicher Kraftwerke bereit gestellt. Im Jahr 2010 kam 42 Prozent des Stroms aus Kohlekraftwerken, 23 Prozent aus Atomkraftwerken, 17 Prozent von Erneuerbaren Energien, 13 Prozent aus Gaskraftwerken und ein kleiner Rest aus sonstigen Kraftwerken. 

Die Verteilung des Stromes erfolgt über die Stromnetze. Der elektrische Strom legt dabei den Weg des kleinsten Widerstands zurück, so dass sich bei Verbraucherin und Verbraucher aus physikalischen Gründen ein bestimmter Strommix vorrangig aus ortsnahen Erzeugern einstellt. In Sachsen beispielsweise wird Strom überwiegend in Braunkohlekraftwerken erzeugt, wobei ein Großteil davon exportiert werden kann. 

Verbraucherinnen und Verbraucher, die Strom aus anderer Erzeugung bevorzugen, können durch einen Wechsel des Stromanbieters an der Physik der Stromverteilung zwar nichts ändern, sehr wohl aber Einfluss auf die Geldströme und damit den künftigen Neubau und Betrieb von Kraftwerken nehmen. Ähnlich dem Abhebevorgang am Geldautomaten, kann zwar nicht der zurück gelegte Weg des Geldscheines beeinflusst werden, jedoch ist dessen Wert genau einem Einspeiser - in diesem Fall auf ein Bankkonto - zuzuordnen. 

Mit der bewussten Wahl eines Stromanbieters haben die Verbraucherinnen und Verbraucher demnach Einfluss auf die Kosten des Stroms und die Zusammensetzung der Stromeinspeisung in das Stromnetz. 

Beim Wechsel auf „grünen“ Strom ist darauf zu achten, dass der Stromanbieter die zusätzliche Stromnachfrage durch den Neubau von Erneuerbare-Energien-Kraftwerke sicher stellt und nicht bereits vorhandenen umweltfreundlichen Strom teilweise aus ausländischen Kraftwerken mittels sogenannten RECS-Zertifikaten umlabelt. Dies ist die billigste Version, führt aber bei der derzeitigen Nachfrage nicht zu einer Veränderung im Kraftwerkspark. Anbieter mit Strom aus neu gebauten EE-Kraftwerken können am ok-power Label oder Grüner Strom Label erkannt werden. 

Ein Wechsel ist unkompliziert und weitgehend risikolos möglich. Die Formalitäten erledigt üblicherweise der neue Anbieter, zu einer Unterbrechung der Stromversorgung kommt es nicht. Auch ein Umbau der Zähler ist nicht nötig. Vorsicht ist allerdings bei Anbietern mit zweifelhaften Zahlungskonditionen angebracht. Preislich ist Ökostrom derzeit meist sogar billiger als der Grundversorger und kaum teurer als die billigsten konventionellen Anbieter. 

Wer klimafreundlich seine Stromrechnung auf ein Minimum reduzieren möchte, sollte zusätzlich zum jährlichen Preisvergleich bei den Anbietern auch noch möglichst viele Effizienzpotenziale im Haushalt finden und ausnutzen. Im STROMSPARbuch der Sächsischen Energieagentur finden Interessierte ganz einfache Tipps, wie mit wenig Aufwand viel Strom ein gespart werden kann (Bestellung kostenfrei unter info@saena.de oder Tel. 0351 4910 3179). 

Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Kompetenz- und Beratungszentrum zu den Themen Erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung und Energieeffizienz. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und die Sächsische Aufbaubank - Förderbank -.
Quelle: Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH
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