Artikel vom 26.07.2011, Druckdatum 27.10.2020

Nachhaltigkeit online mitgestalten

Ende Juni hat die Bundesregierung den Entwurf zur Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie öffentlich vorgelegt und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Diskussion freigegeben. Der NABU ruft dazu auf, diese Chance wahrzunehmen und die Bundesregierung zu einer ambitionierten Nachhaltigkeitspolitik zu bewegen. „Es ist von großer Bedeutung, dass die Bevölkerung Interesse am politischen Geschehen hat, Stellung bezieht und sich einmischt“, so Olaf Tschimpke, NABU-Präsident und Mitglied des Nachhaltigkeitsrates. „Die Möglichkeit, aktiv in die Entwicklung der Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland einzugreifen, sollten wir unbedingt nutzen.“

Besonderes Sorgenkind der Bundesregierung ist aus NABU-Sicht der Erhalt der biologischen Vielfalt, die nach wie vor rapide abnimmt. In der bisherigen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Ziel festgeschrieben, die Artenvielfalt zu erhalten und Lebensräume zu schützen. Bisher ist die Bundesregierung davon jedoch weit entfernt. Gründe dafür sind vor allem eine intensive Landwirtschaft, die Zerstörung von Lebensräumen und Umweltverschmutzung. Weitere Themenschwerpunkte des Entwurfs sind nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Wasserpolitik. 

Aber auch zur Fischerei, Land- und Forstwirtschaft, Erhalt und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, zu Klima und Energie, nachhaltigem Verkehr sowie nachhaltigem Konsum und Produktion kann sich jeder einmischen und den Entwurf kritisch kommentieren. Das Thema nachhaltiges Wirtschaften wird auch ein Schwerpunkt auf dem UN-Erdgipfel (der sogenannten Rio+20-Konferenz) in Rio de Janeiro im Juni 2012 sein.

Bereits 2008 konnte der NABU über den öffentlichen Dialog seine Anliegen für Natur- und Umweltschutz in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung mit einfließen lassen. „Als kritischer und konstruktiver Partner hat der NABU hier eine besondere Verantwortung, um den Naturschutz stärker ins Zentrum der Politik zu rücken“, so Tschimpke. Darüber hinaus müssten aber vor allem die Bürgerinnen und Bürger ihre Unterstützung in Form reger Beteiligung am Dialogprozess demonstrieren. 

Noch bis zum 30. September kann jede/r Interessierte unter www.dialog-nachhaltigkeit.de den Textentwurf einsehen, Beiträge posten und mit anderen Dialogteilnehmerinnen und -teilnehmern diskutieren.

Stellungnahmen können neben dem Onlineverfahren auch per E-Mail an nachhaltigkeit@bpa.bund.de oder schriftlich gesandt werden an: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Referat 313, Postfach, 11044 Berlin.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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