Artikel vom 04.08.2011, Druckdatum 25.11.2020

Für Klimaschutz und Ressourceneffizienz

Die ökologische Ausrichtung ist in Zukunft bei kommunalen Vorhaben in Baden-Württemberg Fördervoraussetzung. Mit der Programmausschreibung für das Jahr 2012 muss künftig nachgewiesen werden, auf welche Art das Projekt einen aktiven Beitrag zum Ressourcenschutz leistet. Dazu zählen beispielsweise die Nutzung Erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe sowie eine umweltfreundliche Bauweise.

Zentrale Veränderungsprozesse wie Klimawandel Globalisierung und demographische Entwicklung stellten die Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen, so der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde. „Mit den Förderschwerpunkten Arbeiten, Grundversorgung, Gemeinschaftseinrichtungen und Wohnen unterstützt das ELR die Gemeinden auf dem Weg zu einer nachhaltigen Strukturverbesserung und bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Kommunen wie Bürgerinnen und Bürgern bietet es die Chance, ihren Ort als Lebens- und Arbeitsstätte attraktiv zu gestalten“, sagte der Minister. Das ELR trage damit zur Förderung einer ausgewogenen Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie zur Attraktivität des Ländlichen Raums bei. 

Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum sei ein wichtiges und bewährtes Instrument des Landes zur Strukturförderung und -entwicklung ländlicher Gemeinden, so der Minister. Im Sinne einer ökologischen Modernisierung der Wirtschaft soll der Fokus beim ELR in Zukunft auf der nachhaltigen Entwicklung in ländlich geprägten Orten und im Ländlichen Raum liegen. „Mit der Stärkung des ökologischen Profils des Förderprogramms wollen wir die Umsetzung umweltorientierter Vorhaben im Ländlichen Raum voranbringen. Durch den effizienten Einsatz von Ressourcen sollen die natürlichen Lebensgrundlagen geschont werden“, sagte Bonde am Montag (1. August) in Stuttgart. 

Rund 70 Prozent der Landesfläche in Baden-Württemberg sind dem Ländlichen Raum zuzuordnen, etwa 3,8 Millionen Menschen leben dort. „Auch hinsichtlich des Flächenverbrauchs und der Stärkung der Ortskerne drehen wir an den Stellschrauben“, erklärte der Minister. Im Bereich Wohnen erhielten Umnutzungen eine deutlich höhere Priorität als Modernisierungsmaßnahmen. Bei der Modernisierung von Altbauten sei ein verbesserter Wärmeschutz ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Förderprojekte.

Das ELR ist ein kommunales Förderprogramm. Mit Zuschüssen und Darlehen fördert das Land Baden-Württemberg private, gewerbliche und kommunale Investitionen, die im Rahmen eines örtlichen Entwicklungskonzeptes zu einer Strukturverbesserung des Ortes führen. Fördermöglichkeiten für private Investorinnen und Investoren bestehen für die Schaffung von Wohnraum innerhalb der alten Ortslage durch Umnutzung vorhandener Gebäude, durch die ortsbildgerechte Neubebauung sowie durch Maßnahmen zur Schaffung von zeitgemäßen Wohnverhältnissen. 

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat das Jahresprogramm 2012 zum Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) vor kurzem ausgeschrieben. Städte und Gemeinden können Anträge auf Aufnahme in das Jahresprogramm bis zum 14. Oktober 2011 bei ihrer Rechtsaufsichtsbehörde (Landratsamt oder Regierungspräsidium) stellen. Die Ausschreibung ist unter www.bwheute.de im Internet abrufbar.

Seit 1995 wurden mit dem ELR landesweit rund 1,1 Milliarden Euro an Fördermitteln bereitgestellt, mit denen ein Investitionsvolumen von rund 8,5 Milliarden Euro angestoßen sowie rund 31.500 Arbeitsplätze direkt und eine noch höhere Anzahl indirekt gesichert und geschaffen wurde.

Quelle:  Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
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