Artikel vom 10.08.2011, Druckdatum 19.09.2020

SOLON-Zahlen erstes Halbjahr 2011: Umsatzziel deutlich verfehlt

In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte die Berliner SOLON SE einen Konzernumsatz von 221,9 Millionen Euro und lag damit um 8 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums (H1 2010: 242,4 Millionen Euro). Das Unternehmen weist für das erste Halbjahr 2011 ein negatives Konzernergebnis von -63,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -9,5 Millionen Euro) aus. Das operative Ergebnis (EBIT) weist einen Verlust von -32,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -2,3 Millionen Euro) aus.

Das Unternehmen erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Konzernumsatz von 221,9 Millionen Euro. Davon entfielen 156,7 Millionen Euro auf das 2. Quartal. 57 Prozent der Umsatzerlöse des 1. Halbjahres entfielen auf das Kraftwerksgeschäft. 79 Prozent der Konzernumsätze wurden außerhalb Deutschlands erzielt, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.

Insgesamt produzierte Solon im 1. Halbjahr 2011 Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von 114 MW (Vorjahreszeitraum: 117 MW), teilt das Unternehmen mit. Zum 30. Juni 2011 waren an den verschiedenen Standorten in Europa und den USA insgesamt 805 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Solon tätig (31.12.2010: 912).

Die schwache Umsatzentwicklung wirkte sich entsprechend negativ auf die Ergebnisseite aus. Dies führte zu einem Verlust beim operativen Ergebnis (EBIT) von -32,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -2,3 Millionen Euro) und zu einem negativen Konzernergebnis von -63,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -9,5 Millionen Euro). Dies entspricht Unternehmensangaben zufolge einem Ergebnis je Aktie von -3,66 Euro (Vorjahreszeitraum: -0,73 Euro).

Das Finanzergebnis betrug im Berichtszeitraum -32,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -11,5 Millionen Euro) und war Unternehmensangaben zufolge neben gestiegenen Zinsaufwendungen durch Sondereffekte in Höhe von 18,0 Millionen Euro aus der Insolvenz des österreichischen Zellherstellers Blue Chip Energy GmbH belastet (vollständige Wertberichtigung eines Gesellschafterdarlehens sowie der darauf anfallenden Zinsen).

Vor dem Hintergrund der schwachen Geschäftsentwicklung lag die Nettoverschuldung zum 30. Juni 2011 unverändert hoch bei 402,4 Millionen Euro an (31.03.2011: 402,1 Millionen Euro), heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das Working Capital ging gegenüber dem 31. März 2011 um 28,7 Millionen Euro auf 184,3 Millionen Euro zurück (31.03.2011: 213,0 Millionen Euro), was einer Working-Capital-Quote in Relation zum Umsatz der letzten 12 Monate von 31 % entspricht.

Der Forderungsbestand reduzierte sich Unternehmensangaben zufolge zum 30. Juni 2011gegenüber dem Vorquartal um 17,1 Millionen Euro auf 131,3 Millionen Euro (31.03.2011: 148,4 Millionen Euro). Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen ging zum 30.06.2011 durch forcierten Abverkauf bei gleichzeitiger Anpassung der Produktionsplanung auf 142,0 Millionen Euro zurück (31.03.2011: 160,3 Millionen Euro), so das Unternehmen.

Die Geschäftsentwicklung im laufenden Quartal deutet nach Angaben von Solon auf eine spürbare Belebung der Nachfrage in Deutschland hin. Auch in Italien zeigten sich zumindest im Industriedachsegment, das im Gegensatz zu großen Freiflächenanlagen auch unter dem neuen italienischen Einspeisegesetz noch attraktive Renditen bietet, erste Erholungstendenzen, so das Unternehmen weiter. Als Anbieter einer Reihe von speziell auf dieses Segment zugeschnittenen Photovoltaik Systemen sieht sich Solon für die veränderten Marktbedingungen in Italien gut gerüstet.

Angesichts der Unsicherheit bezüglich des Tempos der erwarteten Markterholung in den Hauptmärkten Deutschland und Italien geht das Solon-Management derzeit jedoch nicht davon aus, die Umsatzeinbußen des 1. Halbjahres bis zum Jahresende ausgleichen zu können und bestätigte daher die kürzlich angepasste Umsatz- und Ergebnisplanung. Für das Gesamtjahr wird nunmehr ein Konzernumsatz von rund 500 Millionen Euro erwartet bei einem deutlichen Verlust sowohl beim Konzernergebnis als auch beim operativen Ergebnis.

Um der schwachen operativen Geschäftsentwicklung zu begegnen, habe das Management die Maßnahmen zur Restrukturierung forciert, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu seien in Zusammenarbeit mit erfahrenen Beratern weitere Kostensenkungspotenziale in zweistelliger Millionenhöhe identifiziert worden, die nun mit Hochdruck umgesetzt würden mit dem Ziel, die Kostenstrukturen so schnell wie möglich an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Solon in diesem schwierigen Marktumfeld zu stärken. Das Solon-Management befinde sich zudem in intensiven Verhandlungen mit den Kredit gebenden Banken und den Bürgen zur Neustrukturierung der Konzernfinanzierung und sei zuversichtlich, diese Gespräche im Laufe des vierten Quartals erfolgreich abzuschließen.

Der vollständige Zwischenbericht der Solon SE zum 30 Juni 2011 steht auf der Internetseite des Unternehmens (www.solon.com) zum Download zur Verfügung.

Quelle: SOLON SE
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