Artikel vom 15.11.2011, Druckdatum 07.08.2020

SOLON SE meldet massive Verluste

Die Berliner SOLON SE legte die Geschäftszahlen zum 30. September 2011 vor. Demnach wurde in den ersten neun Monaten des Jahres einen Konzernumsatz von 358,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 402,9 Millionen Euro) erzielt. Dies entspricht einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich um 11 Prozent. Die Umsätze des 3. Quartals beliefen sich auf 136,4 Millionen Euro (3. Quartal 2010: 160,5 Millionen Euro). Der Verlust beim EBIT belief sich im Berichtszeitraum auf -113,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -5,5 Millionen Euro). Das Konzernergebnis lag bei -208,3 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -17,5 Millionen Euro).

Die Entwicklung in den großen Solarmärkten verlief nach Angaben des Unternehmens auch im abgelaufenen Quartal sehr unterschiedlich. In Italien habe der Markt nach Inkrafttreten des neuen italienischen Einspeisegesetzes (Conto Energia IV) wieder stark angezogen. Bis Ende August seien zahlreiche große Kraftwerksprojekte abgeschlossen worden, um noch von den bisherigen, deutlich höheren Vergütungssätzen profitieren zu können. 

Der US-Solarmarkt, der weiterhin von den Solaraktivitäten lokaler Energieversorger dominiert werde, habe sich ebenfalls positiv entwickelt und werde sich dieses Jahr voraussichtlich erneut verdoppeln. Der deutsche Markt hingegen sei weiter hinter den Erwartungen der Branche zurückgeblieben. Zwar habe die Nachfrage im 3. Quartal angezogen, die erwartete Jahresend-Rallye sei jedoch bislang ausgeblieben. Dies hatte, bei gleichzeitigen Überkapazitäten im Markt, einen weiteren deutlichen Rückgang der Modulpreise zur Folge, so die Solon SE in einer entsprechenden Pressemitteilung.

83 Prozent der Konzernumsätze der ersten neun Monate wurden Unternehmensangaben zufolge außerhalb Deutschlands erzielt. 61 Prozent der Umsatzerlöse entfielen auf das Kraftwerksgeschäft. Insgesamt verkaufte Solon zwischen Januar und September Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von 179 MW (Vorjahreszeitraum: 194 MW). Zum 30. September 2011 waren an den verschiedenen Standorten in Europa und den USA insgesamt 798 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Solon tätig.

Solon erwirtschaftete im 3. Quartal einen positiven operativen Cashflow von 21,4 Millionen Euro. Dieser resultierte v.a. aus der Verringerung des Working Capitals. Der operative Cashflow für die ersten neun Monate verbesserte sich damit auf -5,7 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr wird ein positiver operativer Cashflow erwartet.

Der Verlust beim EBIT belief sich im Berichtszeitraum auf -113,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -5,5 Millionen Euro). Neben der unbefriedigenden Geschäftsentwicklung und dem anhaltenden Preisverfall im Markt war das operative Ergebnis durch weitgehend nicht zahlungswirksame Sondereffekte im Gesamtumfang von 103 Millionen Euro belastet. Diese resultieren Unternehmensangaben zufolge zum überwiegenden Teil aus Wertberichtigungen auf Projekte, Vorräte und Anzahlungen, zum anderen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms, u.a. der Schließung der Produktion in den USA. Das um diese Sondereffekte bereinigte EBIT der ersten neun Monate 2011 beträgt -11 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis lag bei -208,3 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -17,5 Millionen Euro). Darin enthalten seien weitere, ebenfalls nicht zahlungswirksame Sondereffekte in Höhe von insgesamt 80 Millionen Euro. Diese resultierten größtenteils aus Wertberichtigungen im Beteiligungsportfolio sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der finanziellen Restrukturierung. Um alle Sondereffekte bereinigt ergibt sich für den Berichtszeitraum ein Konzernverlust nach Steuern von -25 Millionen Euro, so das Unternehmen.

Die Nettoverschuldung des Unternehmens verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 6,4 Millionen Euro auf 396,0 Millionen Euro (30.06.2011: 402,4 Millionen Euro). Das Vorratsvermögen ging zum 30.09.2011 durch den Verkauf von Projekten sowie durch die vorgenommenen Abwertungen auf Lagerbestände auf 96,0 Millionen Euro zurück (30.06.2011: 142,0 Millionen Euro). Der Forderungsbestand reduzierte sich zum 30. September 2011 auf 110,3 Millionen Euro (30.06.2011: 131,3 Millionen Euro). Infolgedessen ging das Working Capital gegenüber dem Vorquartal um 54,3 Millionen Euro auf 130,0 Millionen Euro zurück (30.06.2011: 184,3 Millionen Euro), was Unternehmensangaben zufolge einer Working-Capital-Quote in Relation zum Umsatz der letzten 12 Monate von 23 Prozent entspricht.

Aufgrund des negativen Nettoergebnisses der Berichtsperiode von -208,3 Millionen Euro weist Solon im Konzernabschluss nach IFRS zum 30.09.2011 ein negatives Eigenkapital in Höhe von -103,1 Millionen Euro aus. Dieses resultiere u.a. aus den negativen Ergebnisbeiträgen (nach IFRS) von Tochtergesellschaften, so das Unternehmen. Das Eigenkapital des Mutterunternehmens Solon SE nach HGB hingegen habe zum Berichtsstichtag einen positiven Wert von 31,1 Millionen Euro ausgewiesen.

Die geplante finanzielle Restrukturierung des Unternehmens sieht neben Maßnahmen zur Reduzierung der Nettoverschuldung auch eine Stärkung der Eigenkapitalbasis vor. Der Solon-Vorstand plant eigenen Angaben zufolge, diesen Prozess im 4. Quartal 2011 erfolgreich voranzutreiben und bis Ende April 2012 abzuschließen.

Der vollständige Zwischenbericht der Solon SE zum 30. September 2011 steht auf der Internetseite des Unternehmens (www.solon.com) zum Download zur Verfügung. 

Quelle: SOLON SE

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