Artikel vom 23.01.2012, Druckdatum 20.10.2019

Leutkirch: Spitzenplatz für einen Photovoltaik-Park

Schon seit Jahren führt Leutkirch im württembergischen Allgäu, dort wo im Jahr 2011 die meisten Sonnenstunden gemessen wurden, die Solar-Bundesliga der Mittelstädte souverän an. Diesen hervorragenden Platz hat sich die Sonnenstadt mit einem neuen zehn Hektar großen Photovoltaik Park weiter abgesichert: Mit einer Nennleistung von fünf Megawatt ging einer der größten Photovoltaik Parks Baden-Württembergs offiziell in Betrieb. Der Solarstrompark gehört zum Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“, Erarbeitung eines ökologischen, ökonomischen und sozialen nachhaltigen Energiekonzept für die Stadt Leutkirch.

„Wir nutzen schon seit vielen Jahren die Sonne“, erklärte dazu Hans-Jörg Henle, Leutkircher Oberbürgermeister. Er verwies darauf, dass gar nicht so maßgeblich die Stadt, sondern die Bürgerinnen und Bürger für die herausragende Stellung der Stadt im Solarbereich verantwortlich seien. Auch beim neuen Solarstrompark wird die Bürgerbeteiligung ganz groß geschrieben, wie alle Verantwortlichen betonten. 

Die Anlage liegt direkt neben der Autobahn A 96 auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube, die mit Abraum des Autobahn-Ausbaus nur unzureichend aufgeschüttet wurde und somit für die Landwirtschaft nur minderwertig zu nutzen gewesen wäre. Der Solarstrompark ist zehn Hektar groß und hat eine Nennleistung von fünf Megawatt. Damit werden jährlich fünf Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, die rund 1.500 Haushalte versorgen. Die CO2-Einsparung liegt bei 2800 Tonnen.

Bauherr der Anlage ist die Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) Erneuerbare Energien. Beteiligt an dem Projekt sind die Stadt Leutkirch, die EnBW, der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) und die Energiegenossenschaft Leutkirch. Über die Genossenschaft können die Bürgerinnen und Bürger sich auch an dem Projekt beteiligen. Ab einem Betrag von 5.000 Euro können Darlehen gezeichnet werden. 

Für OB Henle ist die neue Freiflächenanlage ein Projekt der Superlative, welches der Sonnenstadt Leutkirch gut zu Gesichte steht. Erneut hob er die gute Zusammenarbeit mit der EnBW hervor. Für ihn ist es auch wichtig, dass die Energiewende auf breite Zustimmung der Bevölkerung stößt. „Nur gemeinsam können wir den Weg begehen.“ 

Dem bei der offiziellen Einweihung anwesenden Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sagte Henle: „Wir sind auf einem spannenden Weg und Sie werden noch viel Spannendes aus Leutkirch hören.“ Hierbei verwies er auch auf die fünf Workshops beim Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“, in den 75 Bürgerinnen und Bürger Vorschläge entwickeln wollen, die dem Gemeinderat bei seiner Entscheidungsfindung beim Leutkircher Weg zur Energiewende Argumentationshilfen geben sollen.

EnBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis sagte : „Leutkirch ist ein Spitzenplatz für einen Photovoltaik Park. Der Park ist ein Symbol für die Energiewende.“ Das Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch habe Modellcharakter, der über die Grenzen des Bundeslandes reichen werden. Der EnBW-Chef meinte: „Hier können wir nicht nur üben, sondern realisieren.“

Auch Helmfried Meinel unterstrich den Modellcharakter des Projekts und lobte besonders die Bürgerbeteiligung. Dem Land Baden-Württemberg sei es besonders wichtig, bei der Energiewende die Bürgerinnen und Bürger mit im Boot zu haben. Für OEW-Geschäftsführerin Barbara Endriss ist der Tag der Inbetriebnahme des neuen Solarpark ein wichtiger und schöner: „Denn er zeigt, dass wir beim Thema Energiewende nicht geschlafen haben, wie so häufig behauptet wurde. Es zeigt, was alles möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Quelle: Stadt Leutkirch, EnBW Energie Baden-Württemberg AG
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