Artikel vom 07.02.2012, Druckdatum 19.09.2020

Roth & Rau AG: Weitere Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen

Die Meyer Burger Technology AG (Schweiz) veröffentlichte heute vorläufige, ungeprüfte Eckdaten zu den Jahresergebnissen 2011. Die Gruppe bestätigt, dass sie ihre angekündigten Umsatzziele von rund 1,2 Milliarden Schweizer Franken (ohne Einbezug anteiliger Resultate der Roth & Rau AG) erreicht habe. Für die Roth & Rau AG (Hohenstein-Ernstthal) wurden aufgrund des negativen Ergebnisses (EBIT) von -107 Millionen Euro zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen, u.a. die Zusammenlegung von Standorten und ein Personalabbau in Hohenstein-Ernstthal.

Auf konsolidierter Basis (inkl. Roth & Rau) wurde einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Schweizer Franken erzielt, teilt die Meyer Burger Technology AG in einer Adhoc-Meldung mit. Die in Deutschland separat börsennotierte Roth & Rau AG (Hohenstein-Ernstthal) hat gestern ihrerseits vorläufige (ungeprüfte) Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht. Demnach lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei -107 Millionen Euro und war durch Sondereffekte in Höhe von 93 Millionen Euro belastet.

Auf den absoluten Werten des EBITDA habe das anteilig zu berücksichtigende Ergebnis der Roth & Rau AG in der konsolidierten Konzernrechnung der Meyer Burger Gruppe nur einen geringfügigen Einfluss, heißt es vonseiten des Unternehmens weiter. Meyer Burger rechnet aus heutiger Sicht mit einem EBITDA auf konsolidierter Basis in der Größenordnung von rund 275 Millionen Schweizer Franken und hat damit Unternehmensangaben zufolge „auch in Bezug auf die EBITDA Marge ihre Guidance erreicht“.

Auf Stufe EBIT dürften sich die Konsolidierungseffekte von Roth & Rau auf rund -110 Millionen Schweizer Franken belaufen, so die Meyer Burger Technology AG. Dieser negative Einfluss auf den EBIT resultiere größtenteils aus den vorgenommenen ordentlichen Abschreibungen auf den im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerten und wie bereits am 8. November 2011 veröffentlicht auf einem einmaligen Impairment auf der Goodwillposition der Roth & Rau von rund 60 Millionen Euro (74 Millionen Schweizer Franken). Die Gesellschaft erwarte auch auf Stufe Konzernergebnis einen deutlich tieferen Gewinn als im Vorjahr.

Weitere Details zu den Jahresergebnissen 2011 der Meyer Burger Technology AG sollen zusammen mit dem Geschäftsbericht 2011 am 22. März 2012 veröffentlicht werden.

Roth & Rau hat nach Angaben der Meyer Burger Technology AG zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen, um die Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage anzupassen und so rasch und nachhaltig eine Verbesserung ihrer Ertrags- und Finanzkraft sicherzustellen. Geplant seien die Zusammenlegung von Standorten (mit Vertriebs- und Servicegesellschaften der Meyer Burger Gruppe) und ein Personalabbau in Hohenstein-Ernstthal. Durch die Zusammenführung von Vertriebsaktivitäten könnten Kompetenzen gebündelt und Personal- und Verwaltungskosten reduziert werden. Mit den seit Herbst 2011 getroffenen Maßnahmen werde Roth & Rau wieder auf ihre angestammten Kernkompetenzen fokussiert.

Aufgrund der Mehrheitsübernahme durch die Meyer Burger Technology AG (August 2011) wurden bestehende Konsortialkreditvereinbarungen der Roth & Rau AG über 75 Millionen Euro durch die Roth & Rau AG gekündigt. Seit dem 23. Dezember 2011 verfügt die Roth & Rau laut Meyer Burger Technology AG über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42 Millionen Euro, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zur Verfügung gestellt werden. 

Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG Unternehmensangaben zufolge mit Wirkung vom 10. Januar 2012 eine Patronatserklärung zu Gunsten von Roth & Rau ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Millionen Euro im Bedarfsfall sichergestellt ist.

Quelle: Meyer Burger Technology AG 

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