Artikel vom 17.03.2012, Druckdatum 09.12.2019

Steigende Energiepreise: Spartipps für Haushalt und Büro

Strom wird teurer. Die Preisspirale soll sich noch bis 2030 weiter drehen, prognostiziert die Europäische Union im Energiefahrplan 2050. Eine Entwicklung, die für viele ein Ansporn ist, den eigenen Energieverbrauch im Betrieb wie auch zu Hause weiter zu senken. „Das lässt sich mit einfachen Schritten erreichen und schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt“, erklärt Ramona Schalek von TÜV Rheinland. Die Expertin für Energieeffizienz schätzt, dass jede und jeder mit Verhaltensänderungen Einsparungen von bis zu 15 Prozent erreichen kann.

Großes Einsparpotenzial bietet das Raumklima. Die meisten Menschen fühlen sich bei einer Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius wohl. Jedes Grad weniger Temperatur spart etwa sechs Prozent Energie. Sinnvoll ist auch eine technische Überprüfung der Heizung. Werden die Heizkörper nur unregelmäßig warm oder machen Geräusche, kann eine falsche Einstellung der Heizungsanlage schuld sein. Hilft das Entlüften der Heizung nicht, kann ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durch den Fachmann dafür sorgen, dass sich alle Heizkörper wieder gleichmäßig erwärmen.

Auch die Beleuchtung ist ein echter Aktivposten: LED- und Energiesparlampen sind um bis zu 80 Prozent energieeffizienter als herkömmliche Glühbirnen. „Mittlerweile gibt es große Fortschritte bei den Lichtfarben“, weiß die Expertin von TÜV Rheinland. Viele LED-Leuchten schaffen inzwischen eine behagliche Atmosphäre. Beim Kauf von LED sollte man neben dem Lichtstrom (auf der Verpackung in Lumen angegeben) die richtige Lichtfarbe beachten. Für den Privatgebrauch bieten sich Leuchten mit „warmweißer“ Lichtfarbe um die 2.700 Kelvin an. 

Je nach Nutzung, etwa an Arbeitsplätzen, kann sich auch ein sachliches Licht im Spektrum um die 6.000 Kelvin eignen. Grundsätzlich sollten alle elektrischen Geräte möglichst energieeffizient sein, zu erkennen am Zertifikat „Energieeffizienz geprüft“, wie es TÜV Rheinland vergibt. Denn auch für Unternehmen und öffentliche Verwaltungen hat sich der Stromverbrauch durch IT-Arbeitsplätze zu einem bedeutenden Kostenfaktor entwickelt. So lässt sich z.B. durch den Verzicht auf Bildschirmschoner und durch die Energiesparfunktion der Energieverbrauch an PC-Arbeitsplätzen um mehr als 20 Prozent senken. 

Unternehmen, die ihren CO2-Ausstoß und ihre Stromkosten nachhaltig senken wollen, begleiten die Expertinnen und Experten von TÜV Rheinland mit Analyse und Monitoring zum Zertifikat „Energieeffizienz am IT-Arbeitsplatz“. 

Birgit Holfert von der Verbraucherzentrale Energieberatung verrät ihre Top-5-Tipps zum Energiesparen:

• Geräte mit Steckerleisten ausschalten: Etwa 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Haushalt machen durchschnittlich Stand-by-Verluste aus. Mit Steckerleisten lassen sich gleich mehrere elektrische Geräte auf einmal so ausschalten, dass sie sicher keinen Strom mehr verbrauchen.

• Programmierbare Thermostatventile einbauen: Sie ermöglichen die automatische Absenkung der Raumtemperatur, wenn sowieso niemand zu Hause ist oder alle Bewohner schlafen. „Einmal installiert und programmiert, sparen die Thermostatventile ohne weiteres Zutun jeden Tag Heizenergie“, betont Birgit Holfert.

• Auf Energiesparlampen umsteigen: Dass Kompakt-Leuchtstofflampen oder LED mit deutlich weniger elektrischer Energie auskommen als herkömmliche Glühbirnen, ist bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch mit Energiesparlampen eine gemütliche Wohnbeleuchtung geschaffen werden kann. Birgit Holfert rät: „Achten Sie beim Kauf auf die Kelvin-Angabe (K): 2.700 K versprechen ein warmes Licht und senken dennoch die Stromrechnung.“

• Rollladen nachts herunterlassen: Besonders bei alten Fenstern verlieren Haus oder Wohnung in der kalten Jahreszeit über die Glasflächen viel Energie. Zumindest nachts kann das leicht verhindert werden: Heruntergelassene Rollläden verringern den Wärmeverlust.

• Duschkopf wechseln: Wird statt des normalen Duschkopfs eine Sparbrause eingebaut, fließen nur noch etwa sechs Liter Wasser pro Minute durch den neuen Brausekopf – statt zwölf oder mehr Litern bei Standardduschen. Der Warmwasserverbrauch beim Duschen halbiert sich also.

Bei allen Fragen zum Energieverbrauch in privaten Haushalten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 018 – 809 802 400 (0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer). 

Quelle: TÜV Rheinland AG, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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