Artikel vom 07.09.2006, Druckdatum 05.12.2020

BP sucht per Anzeige fehlerhafte Solarmodule

Nachdem die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) über den Fall der Überhitzung einer Anschlussdose eines BP Solar Systems berichtet hatte, wurden von BP mittlerweile rund 275 von geschätzten 350 betroffenen Systemen ermittelt. Nun macht sich das Unternehmen per Anzeigenschaltung in den großen Tageszeitungen daran, die restlichen potenziell betroffenen Solarmodule zu finden.

Seit dem 1. September informiert die BP Solar mit Anzeigenschaltungen in rund 150 deutschen Tageszeitungen darüber, dass das Unternehmen ein potenzielles Risiko mit defekten Anschlussdosen festgestellt hat. Unter bestimmten Umständen könne es zu einem gefährlichen Überhitzen dieser Dosen kommen. Dadurch könne in der Nähe befindliches Material wie Holz versengen. 

Per Pressemeldung stellt BP Solar dazu fest: Von dem potenziellen Risiko könnte eine geschätzte Anzahl von rund 350 Fotovoltaikanlagen auf Dächern in Deutschland betroffen sein. Anlagenbesitzer mit BP Solarpaneelen, die entweder dachintegriert oder in der Nähe entflammbarer Materialien installiert seien, sollten sich unverzüglich mit ihrem Installateur in Verbindung setzen und die Anlage inspizieren und gegebenenfalls abschalten lassen. Zwar sei die Fehlerrate der Anschlussdosen mit 0,03 Prozent sehr gering, so BP, man wolle aber jedes Risiko ausschließen.

Bisher seien mit Hilfe von BP Solar Händlern und der Installationsfirmen bereits 97 Prozent der bereits identifizierten Megawatt gesichert, erklärt das Unternehmen. Dies entspreche einer Anzahl von rund 275 Systemen. Jetzt ginge es darum, die letzten etwa 75 womöglich betroffenen Systeme zu finden. Dies gleiche aber einer „Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, so Marcel de Vos von BP Solar. Deshalb habe man sich nun entschieden, ein „umfangreiches Programm zu starten, um alle potenziell betroffenen Systemen so schnell wie möglich zu finden, zu sichern und zu inspizieren.“

Betroffen sind möglicherweise alle dachintegrierten Anlagen und Systeme, die nahe entflammbaren Materialien mit BP Solar Produkten (Laminaten und Modulen) aus den Produktionsjahren 2002 bis 2004 installiert wurden und deren Typenbezeichnungen mit den Ziffern 3, 4 und 5 beginnen, z.B. BP380L, BP4160S, BP5170S.

De Vos weiter: „Wir entschuldigen uns bei allen Beteiligten für eventuell entstehende Unannehmlichkeiten. Für uns hat die Sicherheit unserer Kunden höchste Priorität. Wir wollen die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards langfristig weiter gewährleisten und uns so ihr Vertrauen erhalten.“ Falls die BP Anlage nachzurüsten oder zu ersetzen sei, werden die entsprechenden Kosten übernommen und der Betreiber auch für den entgangenen Energieertrag im Falle einer vorübergehenden Abschaltung entschädigt.

Bei Fragen kann eine kostenfreie Kundenhotline bei BP Solar angerufen werden (täglich von 8 – 20 Uhr: 0800 – 272 5 272).

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) erklärt hierzu, dass sie die vorgelegten Ausführungen eingehend technisch prüfen und mit den ihr von unabhängiger Seite gemeldeten Modulschäden vergleichen werde. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen sei, werde es von der DGS eine Analyse und öffentliche Stellungnahme zur Diagnose von BP sowie den von BP vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abhilfe geben.

Quelle: BP Solar, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)
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