Artikel vom 27.07.2012, Druckdatum 23.11.2019

EU ProSun fordert Einleitung von Antidumpingmaßnahmen gegen chinesische Solarhersteller

Europäische Hersteller von Solartechnologie haben am 26. Juli 2012 in Brüssel die Industrieinitiative EU ProSun ins Leben gerufen. Die Initiative vereinigt die Unternehmen, die in dieser Woche eine Handelsbeschwerde gegen chinesisches Dumping von Photovoltaik Produkten in der EU eingereicht haben. „Es geht uns um einen nachhaltigen Ausbau der Solarenergie in Europa und um fairen Wettbewerb“, so Milan Nitzschke, Präsident und Sprecher von EU ProSun.

Chinesische Unternehmen hätten inzwischen ihren Marktanteil in Europa auf über 80 Prozent erhöht. Vor ein paar Jahren lag der Anteil noch bei praktisch null. Nitzschke: „Europa hat eine starke Solarindustrie. Wir sind technologisch führend, die Vorreiter bei Erneuerbaren Energien, werden aber im eigenen Markt geschlagen durch illegales Preisdumping Chinas. Die Preise für Solarstrommodule aus China liegen dabei weit unter den Herstellungskosten in China.“ 

EU ProSun ist eine Gruppe von mehr als 20 europäischen Photovoltaik Unternehmen. Mit ihrer Handelsbeschwerde stehen sie stellvertretend für die Mehrheit der europäischen Solarproduktion. Aufgrund des unfairen Wettbewerbs aus China wird diese wichtige Zukunftsindustrie Europas aktuell Monat für Monat kleiner, Werke überall in Europa werden geschlossen, Arbeitsplätze gehen verloren. Wenn die EU nicht reagiere, werde dieser Trend fortgesetzt, der inzwischen auch schon den Maschinenbau erreicht hat und absehbar auch Forschung und Entwicklung in Europa betreffen wird. 

Nitzschke: „Die Beweislage ist klar. Es ist offensichtlich, dass China gedumpte Solarware in den europäischen Markt exportiert. Hierfür versorgt die chinesische Regierung bereitwillig ihre Unternehmen mit Exportsubventionen und Milliardenkrediten.“ China habe keinen natürlichen Kostenvorteil gegenüber der EU, der Lohnkostenanteil bei den europäischen Herstellern läge gerade einmal bei rund 10 Prozent der Produktionskosten. China hingegen müsse zusätzlich Rohstoffe und Anlagen importieren, um Solarzellen und -module zu produzieren. 

Die US-Regierung hat Anfang des Jahres 12 Kategorien festgelegt, in denen illegale chinesische Subventionen für Solarproduzenten geflossen sind. Das US-Energieministerium schätzt, dass die chinesische Regierung ihre Solarhersteller mit über EUR 25 Milliarden an Subventionen, zinsgünstigen Darlehen und subventionierter Energie unterstützt. Mit der Einführung von vorläufigen Dumpingzöllen von 30 bis 250 Prozent hat die US-Regierung die unfairen Handelspraktiken Chinas bestätigt. 

Sollte die EU dem amerikanischen Beispiel folgen und Antidumpingzölle gegen China verhängen, werde dies aus Sicht der in ProSun zusammengeschlossenen Unternehmen nicht zu Lasten der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher gehen. Aufgrund von technischem Fortschritt und Kostensenkungen würden die Preise für Solarstrommodule weiter sinken. 

Eine aktuelle Studie von AT Kearney habe gezeigt, dass die Preise für Solarstromanlagen um 50 Prozent in der gesamten EU bis zum Jahr 2020 sinken können. In den letzten 20 Jahren fiel der Preis für Solarmodule jedes Mal um mehr als 20 Prozent, wenn das Volumen der Solarmodule verdoppelt wurde. Da die Preise für Solaranlagen weiter und nachhaltig sinken werden, erwartet EU ProSun, dass sich die Nachfrage und die Zahl der Arbeitsplätze beispielsweise im Installationshandwerk weiter erhöhen. 

Nitzschke erläutert abschließend: „Die europäische Industrie will eben nicht die Preise erhöhen, sondern lediglich Dumping und die ruinöse Abwärtsspirale stoppen. Wenn die EU schnell handelt, haben wir eine Chance, die nachhaltige Solarproduktion in Europa mit Arbeitsplätzen, Wachstum und Innovation zu bewahren sowie unsere Umwelt zu retten.“ 

Weitere Information zu EU ProSun unter www.prosun.org

Quelle: EU ProSun
                                                                 News_V2