Artikel vom 06.09.2012, Druckdatum 19.07.2019

Photovoltaik: EU-Kommission prüft Dumping-Vorwurf gegen China

Mehr als 20 europäische Photovoltaik Unternehmen, darunter die deutsche SolarWorld AG (Bonn), haben sich zu der Initiative EU ProSun zusammengetan, um sich gegen das chinesische Dumping von Photovoltaik Produkten in der EU zu wehren. Jetzt hat die Europäische Kommission bekannt gegeben, dass sie die Dumping-Vorwürfe prüfen will und und dazu ein Verfahren eingeleitet hat.

EU ProSun ist eine Gruppe von mehr als 20 europäischen Photovoltaik Unternehmen. Mit ihrer Handelsbeschwerde sehen sie sich stellvertretend für die Mehrheit der europäischen Solarproduktion. Sie werfen der chinesischen Regierung unfairen Wettbewerb und illegales Preis-Dumping vor. Milan Nitzschke, Präsident und Sprecher von EU ProSun: „Die Beweislage ist klar. Es ist offensichtlich, dass China gedumpte Solarware in den europäischen Markt exportiert. Hierfür versorgt die chinesische Regierung bereitwillig ihre Unternehmen mit Exportsubventionen und Milliardenkrediten.“

In den USA wurde diesbezüglich bereits gehandelt. Das US-Energieministerium schätzt, dass die chinesische Regierung ihre Solarhersteller mit über 25 Milliarden Euro an Subventionen, zinsgünstigen Darlehen und subventionierter Energie unterstützt. Mit der Einführung von vorläufigen Dumpingzöllen von 30 bis 250 Prozent hat die US-Regierung die unfairen Handelspraktiken Chinas bestätigt. 

Unterstützung erfährt die Initiative EU ProSun vom deutschen Umweltminister Peter Altmaier. Altmaier forderte vor Kurzem ebenfalls einen fairen Wettbewerb auf dem Weltmarkt bei der Produktion von Solarpanelen. Um das zu erreichen, werde „auch geprüft, ob ein Antidumping-Verfahren gegen China eingeleitet werden kann“, hatte der Minister in einer ZDF-Diskussion gesagt. Eine Sprecherin stellte hinterher klar, dass das Umweltministerium ein solches Verfahren unterstützen würde.

Jetzt hat die EU-Kommission beschlossen, den Dumping-Vorwurf zu prüfen. Die mögliche Antwort könnten - wie in den USA -  Importzölle auf chinesische Photovoltaik Produkte sein. 

Quelle: EU, EU ProSun

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