Artikel vom 14.09.2012, Druckdatum 26.01.2021

Energiewende mit Solarstrom aus Afrika darf nicht am Fachkräftemangel scheitern

Ziel der DESERTEC Foundation ist es, das große Potenzial von Photovoltaik und Windstrom aus Wüsten weltweit bekannt zu machen und die globale Energiewende voranzutreiben. Bei der Suche nach möglichen Standorten und dem Bau von Kraftwerken in Wüstenregionen spielt die Verfügbarkeit von Arbeits- und Fachkräften vor Ort eine wesentliche Rolle. Die SEPA-DESERTEC-Konferenz „Education and Capacity-Building for Renewable Energies“ vom 17. bis 19. September 2012 in Gießen befasst sich u.a. mit der Fachkräftebildung und der Entwicklung Erneuerbarer Energien in Afrika.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die DESERTEC Foundation laden gemeinsam zur SEPA-DESERTEC-Konferenz „Education and Capacity-Building for Renewable Energies“ vom 17. bis 19. September 2012 in Gießen ein. Mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Johannes Hübner GmbH Gießen bietet die englischsprachige Konferenz eine Plattform für den Wissensaustausch zwischen afrikanischen und europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit dem Ziel, die sozioökonomische Dimension des Wüstenstrom-Konzepts DESERTEC weiterzuentwickeln. Außerdem soll gemeinsam nach Wegen aus dem internationalen Fachkräftemangel im Bereich der Erneuerbaren Energien gesucht werden. 

Eine Fokusregion der gemeinnützigen Stiftung DESERTEC Foundation ist der Mittelmeerraum. Bei der Suche nach möglichen Standorten und dem Bau von Kraftwerken in Wüstenregionen spielt die Verfügbarkeit von Arbeits- und Fachkräften vor Ort eine wesentliche Rolle. Darüber hinaus stellen sich auch Fragen nach den sozioökonomischen Dimensionen des Projekts: Wie gestaltet sich das Vorgehen in politisch instabilen Regionen? Wie kann die Einbindung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort sowie der Bevölkerung, die eventuell (noch) nicht über das nötige Wissen verfügen, in der Praxis umgesetzt werden?

Diesen und weiteren Fragen geht eine interdisziplinär zusammengesetzte Expert/innengruppe am Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung der JLU nach, die seit 2008 jährlich Workshops und Konferenzen zum Thema „Solar-Energie Partnerschaft mit Afrika“ (SEPA) organisiert. Diese SEPA-Gruppe untersucht die Möglichkeiten einer für beide Seiten gewinnbringenden Kooperation zwischen Afrika und Europa bei der Nutzung regenerativer Energien. Dabei weist sie explizit darauf hin, dass Planungen nur dann erfolgreich sein können, wenn rechtliche, politische, soziale, geographische und historische Aspekte schon im Ansatz berücksichtigt werden.

Um diesen Ansatz in der Praxis zu verankern, stellen die JLU und die Technische Hochschule Mittelhessen auf der diesjährigen SEPA-Konferenz auch das Konzept ihres neuen Masterstudiengangs „International Energy Management“ vor, der in Kooperation der beiden Hochschulen angeboten werden soll. Dieser Masterstudiengang wird durch seine internationale Ausrichtung Ökonom/innen und Ingenieur/innen aus aller Welt gleichermaßen für den internationalen Energiemarkt qualifizieren und soll die Entwicklung von Möglichkeiten zur erneuerbaren Energiegewinnung vorantreiben.

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)
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