Artikel vom 05.10.2012, Druckdatum 15.09.2019

Energiekonzerne zocken Haushalte ab

Rund drei Milliarden Euro zusätzlich verdienen die Energiekonzerne dieses Jahr an privaten Verbraucherinnen und Verbrauchern, indem sie gefallene Einkaufspreise für Strom nicht an die Haushaltskunden weitergeben. Deren Strompreis müsste aktuell zwei Cent pro Kilowattstunde niedriger liegen, ergab eine Studie des Energieexperten Gunter Harms. Die im Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ zusammengeschlossenen Umwelt- und Verbraucherschutzverbände raten daher zu konzernunabhängigen Ökostrom-Anbietern.

„Die Atomkonzerne tischen den Verbraucherinnen und Verbrauchern Lügen auf, daran hat sich nichts geändert“, kritisiert Melanie Ball vom Bündnis „Atomausstieg selber machen“. „Es ist vor allem die Gier der Konzerne, die den Strompreis in die Höhe treibt, nicht die Ökostrom Umlage.“ Diese ist für nicht einmal die Hälfte der Preiserhöhungen für Haushaltsstromkunden seit 2007 verantwortlich, wie aus der Studie des Energieexperten Gunter Harms hervorgeht. Auch die Preissenkungen für Industrie- und Gewerbekunden müssen private Verbraucher durch höhere Kosten ausgleichen.

„Gegen diese Abzocke gibt es ein einfaches Mittel: den Großkonzernen die rote Karte zeigen und zu unabhängigen Ökostrom Anbietern wechseln“, empfiehlt Melanie Ball. Dass Ökostrom vielfach günstiger ist als die Grundversorgung durch E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW, stellten mitunter auch mehrere Preisvergleichsportale fest. Wer als Stromkundin oder Stromkunde in die Energiewende investieren will, ohne übertriebene Preise zu zahlen, dem empfiehlt das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ den Wechsel zu EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick oder Naturstrom.

Informationen und Hilfestellungen erhalten Interessierte unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen. 

Quelle: Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“
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