Artikel vom 24.10.2012, Druckdatum 21.01.2021

Deutsche Q-Cells gehört jetzt südkoreanischer Hanwha

Der Verkaufsprozess der Q-Cells SE (Bitterfeld-Wolfen) ist abgeschlossen. Das deutsche Photovoltaik Unternehmen gehört nun zur südkoreanischen Hanwha Gruppe. Hanwha habe – trotz der schweren Krise, die die deutsche und internationale Photovoltaik Branche derzeit erlebe – langfristiges Interesse am Solar-Standort Deutschland, so Insolvenzverwalter Henning Schorisch. 1.300 von 1.500 Arbeitsplätzen konnten trotz des Insolvenzverfahrens erhalten bleiben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am 19. Oktober 2012 hat der Insolvenzverwalter der Q-Cells SE, Henning Schorisch, das Photovoltaik Unternehmen an den neuen Eigentümer übertragen. Käufer ist eine indirekte Tochter der Hanwha Chemical Corporation, die Teil eines der größten südkoreanischen Konzerne mit einem Umsatz von 31,6 Milliarden US-Dollar (2011) ist. Q-Cells gewinne mit dieser Übernahme einen starken, langfristig orientierten Partner und erhalte Zugang zu neuen Technologien und damit zu neuen Märkten, so der Insolvenzverwalter in einer Pressemitteilung. 

Der Kaufvertrag war bereits am 26. August 2012 unterzeichnet worden. Wenige Tage später, am 29. August, hatten die Gläubiger zugestimmt. Im Anschluss daran hatten die Vertragsparteien gemeinsam den Übergang des Unternehmens vorbereitet und die vertraglich vereinbarten Bedingungen für die Übertragung umgesetzt. Auch die Zustimmung der Kartellbehörden liegt vor. Seit dem 19. Oktober 2012 ist der Verkaufsprozess erfolgreich abgeschlossen, Q-Cells gehört nun zu Hanwha. 

Q-Cells hatte am 3. April 2012 Insolvenz angemeldet. Insolvenzverwalter Henning Schorisch war es jedoch schnell gelungen, den Geschäftsbetrieb zu reaktivieren. Durch Maßnahmen in Vertrieb und Organisation gelang es sogar, die Umsätze wieder deutlich zu steigern; in der Produktion wurde wieder in mehreren Schichten gearbeitet. In der Folge konnten während des gesamten Insolvenzverfahrens Kündigungen vermieden werden. Schorisch hatte zudem umgehend einen Investorenprozess aufgesetzt und die Verhandlungen mit den Interessenten begonnen. Parallel wurde auch die Option eines Insolvenzplans geprüft und den Gläubigern vorgestellt. Schließlich gelang es, mit Hanwha einen Käufer auszuwählen, der langfristiges Interesse am Solar-Standort Deutschland hat, heißt es in der Pressemitteilung weiter. 

„Dies ist umso erfreulicher, als die Solar-Branche in Deutschland, aber auch weltweit weiterhin eine schwere Krise durchlebt und viele Unternehmen vor dem Aus stehen“, betonte Schorisch nach der Übergabe des Unternehmens an Hanwha. „Mit Hanwha hat Q-Cells aber nun einen neuen Eigentümer, der bereit ist, sich hier in Sachsen-Anhalt und am Standort Berlin zu engagieren.“ Nach Solon, Solibro und SunStrom sei Q-Cells in diesem Jahr bereits das vierte größere Solarunternehmen, das unter Führung eines Insolvenzverwalters der Kanzlei hww wienberg wilhelm gerettet werden konnte, so Schorisch weiter. 

Im Rahmen einer „übertragenden Sanierung“ übernimmt Hanwha mehr als 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – weiterbeschäftigt werden rund 1.300 der rund 1.500 Mitarbeiter – sowie den weitaus größten Teil der gesamten Q.Cells Gruppe: in Deutschland den Standort in Bitterfeld-Wolfen mit Forschung, Entwicklung und Produktion von Solarzellen und -Modulen sowie den Vertriebsstandort Berlin; im Ausland den Produktionsstandort in Malaysia mit unverändert rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Vertriebsgesellschaften in den USA, Japan und Australien.

Ein Abbau von Arbeitsplätzen im Zuge der Integration sei sowohl in der Verwaltung von Q-Cells, da Überschneidungen mit der Organisation von Hanwha bestehen, als auch in der Produktion  erfolgt, letzteres aber auch wegen der in der Insolvenz vorangetriebenen Modernisierung der Fertigungslinie am Standort Thalheim, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. 

Quelle: Q-Cells SE
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