Artikel vom 29.09.2006, Druckdatum 23.11.2020

Solarwärme: Die richtige Größe von Kollektoren und Speicher

Ob beim Neubau oder im Rahmen einer Sanierung: Das Wasser im Haushalt mit Sonne zu erwärmen, wird immer attraktiver. Auch die Heizung kann durch solare Wärme unterstützt werden. Und wer mit der Sonne heizt, spart richtig Geld. Wie groß der Solarkollektor und der Warmwasserspeicher – die Herzstücke einer Solarwärmeanlage – geplant werden sollten, sagt die Initiative Solarwärme Plus.

Je besser eine Solaranlage auf den Bedarf im Haus zugeschnitten ist, desto effizienter kann die Sonnenwärme genutzt werden. Das heißt: Die Kollektoren und der Speicher sollten weder zu groß noch zu klein ausfallen. Dabei ist die Anzahl der im Haushalt zu versorgenden Personen ebenso relevant wie die Frage, wozu die Sonnenenergie genutzt werden soll: Nur zur Wassererwärmung oder auch zur Heizungsunterstützung. Die Initiative Solarwärme Plus gibt Tipps zur Planung und hilft, den richtigen Ansprechpartner vor Ort zu finden.

Für die Wassererwärmung mit Sonnenenergie gilt: Wer normale Solarkollektoren – so genannte Flachkollektoren – einsetzt, benötigt pro Person im Haushalt etwa 1,5 Quadratmeter Kollektorfläche. Bei den etwas leistungsstärkeren Röhrenkollektoren reduziert sich der Pro-Kopf-Wert auf etwa 1,0 Quadratmeter Fläche. Die Größe des Speichers orientiert sich am Warmwasserbedarf der Bewohner: Man rechnet pro Person und Tag 40 Liter 45 Grad warmes Wasser. Multipliziert man den Tageswarmwasserbedarf aller Bewohner mit zwei, ergibt sich ein Annäherungswert für die Speichergröße.

Ein vierköpfiger Haushalt wäre also mit etwa sechs Quadratmeter Flach- oder vier Quadratmeter Röhrenkollektoren und einem Speicher mit etwa 300 Liter Volumen bestens versorgt. Auf diese Weise kann eine gut geplante Anlage im Jahr bis zu 60 Prozent der Energie einsparen, die sonst für Warmwasser benötigt wird.

Soll die Solarwärmeanlage darüber hinaus auch die Heizung unterstützen, müssen Kollektoren und Speicher naturgemäß mehr Leistung bringen und somit größer ausfallen. Bei gut gedämmten Häusern kann man eine Fläche von ungefähr 4 Quadratmeter Flachkollektoren pro Person beziehungsweise 3 Quadratmeter Röhrenkollektoren pro Kopf veranschlagen. Der Speicher sollte etwa 60 Liter pro Quadratmeter Kollektorfläche aufweisen. Bei Röhrenkollektoren fällt der Speicher noch etwas größer aus. 

Wie gesagt: Im Heizungsfall ist vor allem der Dämmgrad des Gebäudes ein wichtiger Faktor. Ein Energieberater oder qualifizierter Fachbetrieb kann bei der Berechnung und gegebenenfalls unterstützenden Sanierungsmaßnahmen helfen. Ein nach Postleitzahlen sortiertes Verzeichnis qualifizierter Installationsbetriebe sowie weitere Informationen bietet die Initiative Solarwärme Plus unter www.solarwaerme-plus.info

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
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