Artikel vom 29.11.2012, Druckdatum 20.09.2020

Sunways AG rechnet mit weiter schwierigem Umfeld

Die Nachfrage nach Photovoltaik Produkten und -lösungen hat im dritten Quartal spürbar nachgelassen. Das macht sich auch in den Q3-Zahlen der Sunways AG (Konstanz) bemerkbar: Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal halbiert, das EBIT lag mit -11,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (Q3/2011: -11,8 Millionen Euro). Sunways geht davon aus, dass in den nächsten Quartalen eher noch mit einem Zuspitzen der Situation in Europa zu rechnen ist.

Die Geschäftsentwicklung der Sunways AG im dritten Quartal 2012 sei sowohl durch Marktgegebenheiten wie das weiterhin vorhandene weltweite Überangebot an Komponenten für Photovoltaik Anlagen sowie durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, allen voran die Eurokrise, geprägt gewesen, so das Unternehmen in der entsprechenden Pressemitteilung. In Deutschland sei es nach der rückwirkend verabschiedeten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu einem deutlichen Rückgang bei der Neuinstallation von Anlagen gekommen. 

In Italien sei die Nachfrage mit Inkrafttreten des neuen Conto Energia 5 zurückgegangen. Der Liquiditätsdruck zahlreicher Unternehmen aus dem In- und Ausland habe sich in den Monaten Juli bis September zusätzlich in einem hohen Angebot auf den Märkten und einem entsprechend starken Druck auf die Preise niedergeschlagen. „Auf dem aktuellen Niveau können Hersteller, insbesondere aus europäischen Ländern, kaum mehr kostendeckende Preise erzielen“, erklärt Michael Wilhelm, Vorstandsvorsitzender des Photovoltaik Spezialisten Sunways.

Die Umsatzerlöse des Sunways Konzerns in den Monaten Juli bis September 2012 betrugen 11,5 Millionen Euro. Sie lagen damit um etwas mehr als die Hälfte unter dem Vorjahresquartal (Q3/2011: 23,3 Millionen Euro). Mit einem Verlust von 11,2 Millionen Euro lag das Betriebsergebnis (EBIT) auf einem ähnlichen Niveau wie im dritten Quartal 2011 (Q3/2011: -11,8 Millionen Euro). 

Die nach Angaben des Unternehmens erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Kostensenkung im Personal- und Materialbereich als auch im Bereich der sonstigen Aufwendungen seien überkompensiert worden durch erforderliche Bestandsabwertungen in allen Produktsegmenten. Nach Berücksichtigung von latenten Steuern auf Verlustvorträge ergab sich im dritten Quartal 2012 ein Ergebnis nach Steuern von -8,1 Millionen Euro (Q3/2011: -8,7 Millionen Euro), so das Unternehmen.

In den ersten neun Monaten 2012 wurden demnach Umsatzerlöse in Höhe von 39,1 Millionen Euro erzielt (9M/2011: 84,2 Millionen Euro). Die Verluste beim Betriebsergebnis (EBIT) summierten sich im gleichen Zeitraum auf 24,5 Millionen Euro (9M/2011: -21,6 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres betrug -14,3 Millionen Euro; zum 30. September 2011 hatte es Unternehmensangaben zufolge -11,2 Millionen Euro betragen – nach Anrechnung des Earn-out aus dem Verkauf der MHH Solartechnik.

Auf Auslandsmärkten wurden im dritten Quartal 2012 Umsatzerlöse in Höhe von 5,5 Millionen Euro erzielt (Q3/2011: 9,9 Millionen Euro). Der Auslandsanteil stieg damit auf 47,8 Prozent (Q3/2011: 42,5 Prozent). Durch den Verkauf von Solarzellen an LDK Solar stieg der Anteil der Erlöse in Asien auf 11,3 Prozent. Insgesamt erzielte der Sunways Konzern in den ersten neun Monaten 2012 Auslandserlöse von 17,1 Millionen Euro; ihr Anteil lag bei 43,7 Prozent der Erlöse. Die volumenstärksten Auslandsmärkte für Sunways in diesem Zeitraum waren Italien, Griechenland und Frankreich. Bei Solarmodulen und Solarinvertern konnten im gleichen Zeitraum einige der noch jungen europäischen Solarmärkte hinzugewonnen werden, so das Unternehmen weiter. 

Sunways geht davon aus, dass in den kommenden Quartalen eher noch mit einem Zuspitzen der Situation in Europa zu rechnen ist: Förderungskürzungen in nahezu allen etablierten Märkten in Kombination mit einem weltweiten Überangebot an Komponenten führen nicht nur bei den europäischen Unternehmen zu intensivem Preis- und Wettbewerbsdruck. Mehr und mehr Unternehmen haben mit den entsprechenden Folgen für Betriebsergebnis und Liquidität zu kämpfen. 

„In diesem Umfeld unterstützt eine Stundungsvereinbarung für zwölf Monate, die wir mit der LDK Solar-Gruppe abschließen konnten, die Finanzierung von Sunways“, erklärt Michael Wilhelm. „Darüber hinaus konnten wir vor wenigen Tagen mit unserem Mehrheitsaktionär eine weitere Vereinbarung zur finanziellen Unterstützung unseres Unternehmens treffen“, so Wilhelm. Neben materiellen Leistungen wurde nach Angaben des Unternehmens ein Gesellschafterdarlehen mit einem Umfang von 5,8 Millionen Euro vereinbart. 

„Unser Ziel, wieder profitabel zu wachsen, verlieren wir nicht aus den Augen – allerdings erreichen wir dies wegen des starken Preisverfalls gegenwärtig nicht in allen Produktbereichen. Für das Gesamtjahr 2012 haben wir unverändert das Ziel, die Absatz- und Umsatzentwicklung zu stabilisieren und die Höhe der Verluste gegenüber 2011 zu verringern. Insbesondere mit Blick auf den anstehenden Impairment-Test zum Jahresende ist die Erreichung dieses Ziels mit Risiken behaftet“, ergänzt Michael Wilhelm mit Blick auf die weiteren Aussichten. 

Vor dem Hintergrund der aktuellen und für die nächsten Jahre erwarteten Branchenentwicklung überprüfe Sunways konsequent die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Geschäftsfelder. Darüber hinaus würden Maßnahmen zur Verbesserung der Supply-Chain umgesetzt als auch weiter ein gezieltes Kostenmanagement betrieben, heißt es in der Pressemitteilung. 

Weitere Angaben zu den einzelnen Geschäftssegmenten gibt es auf der Internetseite des Unternehmens www.sunways.eu

Quelle: Sunways AG

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