Artikel vom 19.04.2013, Druckdatum 08.06.2023

Ökostrom: Grüner Strom immer beliebter

Immer mehr Haushalte vollziehen die Umstellung auf grünen Ökostrom. So stieg der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Strommix laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft 2012 auf über 22 Prozent. Mittlerweile bieten rund 730 Stromlieferanten in Deutschland einen Ökotarif an. Achten sollten Wechselwillige jedoch auf Täuschungsmanöver im Ökostromdschungel: Nicht überall wo Ökostrom drauf steht ist auch echter Ökostrom drin.

„Ob ein Energieanbieter aber wirklich nachhaltig erzeugten Strom verkauft, ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht einfach zu erkennen. Denn es gibt keine allgemeingültige Definition für Ökostrom“, erklärt Jürgen Reinhardt, Energieexperte von TÜV Rheinland. Ein Energieversorger kann ganz legal Ökostrom anbieten, obwohl er selbst keinen produziert. Sogenannte „Herkunftsnachweise“ erlauben es, die grüne Eigenschaft des Stroms einzukaufen und auf den eigenen Strom zu übertragen. „Solange der Anbieter eine transparente Informationspolitik betreibt, ist das grundsätzlich nicht verwerflich. Der idealtypische Ökostromanbieter investiert in regenerative Stromerzeugung, setzt sich für die Umwelt ein und verzichtet auf Kohle- oder Atomenergie“, so Reinhardt.

Angebote für Ökostromtarife gibt es viele. Eine Option ist es, sich für ein geprüftes Stromangebot zu entscheiden. Entsprechende Zertifizierungen gibt es auch von TÜV Rheinland. Dabei setzt TÜV Rheinland auf eine hundertprozentige Versorgung mit Strom beziehungsweise Herkunftsnachweisen aus regenerativen Quellen. Außerdem fordert TÜV Rheinland die CO2-Neutralität der Energie und verlangt, dass die Anlagen zur Erzeugung allgemeinen Standards des Umweltschutzes entsprechen. Überdies wird geprüft, ob eine faire Vertragsgestaltung mit vertretbarer Kündigungsfrist vorliegt. www.tuv.com

EcoTopTen empfiehlt 29 bundesweit verfügbare Ökostromangebote, alphabetisch nach Anbieter gelistet. Alle Angebote sind Spitzenprodukte bei der Umweltbewertung: Sie erfüllen die strengen ökologischen EcoTopTen-Mindestkriterien, die garantieren, dass die Stromproduktion in Europa tatsächlich ökologischer wird und neue umweltfreundliche Kraftwerke entstehen. Durch diese Mindestkriterien wird der Bau solcher Anlagen über die bereits bestehende staatliche Förderung hinaus unterstützt. www.ecotopten.de

Um Verbraucherinnen und Verbrauchern den Wechsel zu erleichtern, spricht das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ eine Empfehlung für vier reine Ökostromanbieter aus: Die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Weitere Informationen und Hilfestellungen erhalten Interessierte unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.

Quelle: TÜV Rheinland AG, EcoTopTen, Bündnis „Atomausstieg selber machen“
                                                                 News_V2