Artikel vom 06.06.2013, Druckdatum 30.11.2022

Sonnige Aussichten für die Solarbranche in der MENA-Region

In den Ländern der MENA Region (Naher Osten und Nordafrika) zeichnet sich ein Trend hin zur Energiegewinnung aus Sonnenkraft ab: Bis 2015 soll der Markt für Photovoltaik und solarthermische Kraftwerke dort 3,5 GW erreichen. Die größten Investitionen in Photovoltaik und solarthermische Anlagen sollen in Saudi-Arabien und der Türkei getätigt werden. Aber auch in Ägypten und Marokko findet ein Umdenken statt - weg von fossilen Brennstoffen hin zur Solarenergie Die Intersolar Europe, die vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München stattfindet, trägt der Neuausrichtung der Energiepolitik in der Region Rechnung und zeigt in verschiedenen Veranstaltungen auf der Messe und Konferenz die Chancen für die internationale Solarbranche auf.

Für die Solarwirtschaft im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) stehen die Zeichen auf Wachstum: Bis 2015 soll der Markt für Photovoltaik und solarthermische Kraftwerke in der Region auf insgesamt 3,5 Gigawatt (GW) anwachsen. Statt wie bisher auf Erdöl zu setzen, plant vor allem Saudi-Arabien, die Energiegewinnung aus Photovoltaik und Solarthermie auszubauen. Eine Studie der GTM Research, Boston, USA, begründet die Entwicklung mit der hohen Sonneneinstrahlung und dem steigenden Strompreis und -bedarf in der Region durch das zunehmende Bevölkerungswachstum. Bis 2017 soll der Ausbau der Solarenergie in der MENA Region sogar insgesamt zehn GW übersteigen. Mit einem Anteil von 70 Prozent soll der größte Teil davon in Saudi-Arabien und der Türkei realisiert werden.

Auch in den Ländern Nordafrikas zählt die Sonne zu einer der wertvollsten Ressourcen. Profitierte Ägypten noch in den 1990er Jahren vom Erdölexport, bringen heute sinkende Erträge der Ölfelder und steigende Energiesubventionen die ägyptische Regierung in Zugzwang. Im Haushaltsjahr 2012/2013 sollen die Subventionen sogar ein Viertel des gesamten Staatshaushaltes ausmachen. Als größte Energieressource des Landes bietet die Sonne eine ideale Alternative zu dem schwindenden Öl und Gas. Mehr als 2.200 Kilowattstunden Sonnenenergie treffen jährlich auf jeden Quadratmeter des Landes. Als mögliche Anwendungsgebiete für die Nutzung der Solarenergie sieht die Egyptian Solar Energy Development Association (SEDA), Kairo, Ägypten, Trinkwassersolaranlagen und intelligente Beleuchtungskonzepte für Hotels. Neben dem Tourismus sollen nach Aussagen des ägyptischen Wohnungsbauministeriums in den nächsten Jahren auch Sozialwohnungen standardmäßig mit Solaranlagen ausgestattet werden.

In Marokko sollen bis zum Jahr 2020 Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt zwei Gigawatt installiert werden. 42 Prozent könnte der Anteil an erneuerbaren Energien im marokkanischen Stromnetz dann insgesamt betragen. Neben der Solarenergie sollen auch Wind- und Wasserkraft dazu beitragen. Mit dem Bau eines beeindruckenden Großprojektes unter der Leitung von MASEN (Moroccan Agency for Solar Energy) wurde gerade begonnen: Im marokkanischen Ouarzazate entsteht ab sofort das größte solarthermische Kraftwerk der Welt. Allein in der ersten Ausbaustufe wird eine Leistung von 160 MW installiert, nach der Fertigstellung wird das Kraftwerk eine Leistung von 500 MW erreichen.

Die Intersolar Europe trägt der Entwicklung in den Ländern der MENA Region Rechnung und bietet in diesem Jahr gleich mehrere Veranstaltungen dazu an. Wie bereits im vergangenen Jahr wird Marokko mit einem eigenen Länderpavillon auf der Messe vertreten sein. Verschiedene Länderdelegationen mit hochrangiger politischer Besetzung ermöglichen Unternehmen und Besuchern gezielt den Aufbau persönlicher Kontakte und fördern den interdisziplinären Austausch mit den Ländern der Region. Unter dem Titel „Global PV Markets: MENA Region“ referieren auf der Intersolar Europe Conference am 19. Juni 2013 prominente Vertreterinnen und Vertreter lokaler Industrieverbände und Regierungsreinrichtungen über aktuelle Rahmenbedingungen, Marktentwicklungen und -potenziale für die Solarwirtschaft in den Ländern.

Wie groß das Interesse der internationalen Solarwirtschaft an der Neuausrichtung der Energiepolitik in der Region ist, zeigte bereits das „PV Briefing & Networking Forum“ in Riad, Saudi-Arabien im Februar diesen Jahres. Unter dem Motto „Saudi Arabia targets 41 GW of solar by 2032 - what does this mean today?“ diskutierten 15 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Forschung und Solarwirtschaft vor rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Zukunft der Solarenergie in der Region. Organisiert wurde das Event von der Intersolar Europe und der EuPD Research, Bonn, in Zusammenarbeit mit der Saudi Arabia Solar Industry Association (SASIA) Riyadh, Saudi-Arabien als lokalem Partner.

Die Intersolar Europe 2013 findet vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München statt.

Weitere Informationen zur Intersolar Europe finden Sie im Internet unter www.intersolar.de

Quelle: Solar Promotion GmbH
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