Artikel vom 10.08.2013, Druckdatum 23.10.2019

Klimawandel beeinflusst Bauen in Biberach schon heute

Was hat der weltweite Klimawandel mit einer Baustelle in der oberschwäbischen Kreisstadt Biberach zu tun? Sehr viel, wie die Abschlussarbeit von Jan Michael Schaub, Student der Gebäudeklimatik an der Hochschule Biberach, zeigt. Er hat das Bauprojekt „Bürgerheim Biberach“ unter die Lupe genommen und dessen weitere Entwicklung unter dem Aspekt der Energieversorgung und Energieeffizienz untersucht.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein öffentlich gefördertes Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Sieben Partner arbeiten an diesem Projekt, u.a. das Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach. Das derzeit im Umbau befindliche Hochhaus, das künftig dem betreuten Wohnen dient, wurde dabei mithilfe einer Computersimulation auf den Prüfstand gestellt. 

In seinen Simulationen berechnete Michael Schaub detailliert den Heizenergiebedarf und die Raumtemperaturen in exemplarischen Wohneinheiten in Stundenschritten über das ganze Jahr. Dabei hat er nicht nur aktuelle Klimadaten berücksichtig, sondern auch die zukünftige Klimaentwicklung. Nach diesen Daten muss in Zukunft zwar weniger geheizt werden, aber es ist nach wie vor mit Kälteperioden zu rechnen; auch könnte es in der Zukunft häufiger und länger warm sein. Die Gefahr einer Überhitzung von Gebäuden im Sommer und in den Übergangszeiten wird also nach ansteigen, was gerade für ältere Menschen eine Belastung darstellt. 

In den Simulationsstudien untersuchte Jan Michael Schaub deshalb vor allem, mit welchen Maßnahmen das zu erwartende sommerliche Raumklima im Gebäude positiv beeinflusst werden kann. Die bekannten Maßnahmen – konsequentes Schließen des Sonnenschutzes und nächtliches Lüften – bleiben als Basis unabdingbar, müssen aber um eine Automatisierung des Sonnenschutzes ergänzt werden, sodass bei Bedarf unabhängig von den Nutzerinnen und Nutzern eine wirkungsvolle Verschattung sichergestellt ist. Wenn sich das Außenklima in Zukunft weiter erwärmt, kann außerdem eine zusätzliche Kühlung der Zuluft in der Lüftungsanlage erforderlich werden. 

Quelle: Hochschule Biberach
                                                                 News_V2