Artikel vom 29.07.2013, Druckdatum 18.08.2019

Europäische Solarindustrie: EU-Kommission spielt mit falschen Zahlen

Die europäischen Solarhersteller, organisiert in der Initiative EU ProSun, weisen die Darstellung der Europäischen Kommission strikt zurück, die Einigung mit China über Mindestpreise und Importmengen von chinesischen Photovoltaik Produkten sei ein Erfolg für die europäische Industrie. Im Gegenteil: Die Branche rechnet mit weiteren Firmenpleiten und Arbeitsplatzverlusten in Folge dieser Einigung.

Milan Nitzschke, Präsident von EU ProSun: „Die EU Kommission spielt mit falschen Zahlen. Nach der Einigung vom Wochenende wird der Solarmarkt in Europa geteilt sein. Der erwartete Solarmarkt 2013 liegt bei 10 Gigawatt. 7 Gigawatt davon hat die Kommission staatlich subventionierten chinesischen Herstellern zollfrei zugesprochen. 70 Prozent also gehen planwirtschaftlich an chinesische Solarprodukte zu Dumpingpreisen, 30 Prozent des Marktes können sich dann im freien Wettbewerb Europäer, Koreaner, Japaner und andere Hersteller aus dem Rest der Welt teilen. Das ist alles andere als eine Entscheidung zugunsten der europäischen Solarindustrie und fairen Wettbewerbs“" Die europäischen Solarhersteller fühlten sich bestärkt, vor dem Gerichtshof der Europäischen Union dagegen zu klagen.

In verschiedenen Presseveranstaltungen am heutigen Tage haben EU-Handelskommissar De Gucht und Vertreter der DG Trade die mit China gefundene Vereinbarung für chinesische Photovoltaik Produkte verteidigt. Nitzschke: „Zu den zollfreien 70 Prozent kommen noch Importmengen aus China, die bereits während der letzten Monate zollfrei beziehungsweise mit minimalem Zoll eingeführt wurden. Diese Regelung wird zu weiteren Firmenschließungen und Entlassungen in Europa führen. Besonders absurd ist, wenn die EU Kommission jetzt behauptet, die europäischen Solarherstellern könnten ohnehin nicht liefern.

In der EU Verordnung vom 4. Juni 2013 beziffert die Kommission selbst die Produktionskapazität europäischer Hersteller auf 9,74 Gigawatt. Die durchschnittliche Jahresproduktion der Europäer lag bei rund vier Gigawatt. Aufgrund des chinesischen Dumpings konnten die europäischen Hersteller ihre Kapazitäten nur zu unter 50 Prozent auslasten. Diese Unterauslastung wird jetzt durch die Europäische Kommission quasi dauerhaft festgeschrieben. Umso wichtiger ist es, schnellstmöglich eine Entscheidung in Luxemburg zu erwirken, die die zwischen der EU-Kommission und China beschlossene Marktaufteilung beendet.“

Weitere Informationen unter: www.prosun.org 

Quelle: EU ProSun
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