Artikel vom 29.03.2007, Druckdatum 18.09.2020

SolarWorld-Chef Asbeck: „Der Deutsche Markt ist den Chinesen um 18 Monate voraus.“

Gut gelaunt gab sich der Vorstand der SolarWorld AG bei seiner Bilanzpressekonferenz im Gremiensaal der Deutschen Welle, nahe des Bonner Firmensitzes. Beim Blick auf die Konkurrenz am internationalen Solarmarkt – gerade aus dem asiatischen Raum – gab sich Asbeck betont gelassen. „Auf dem Markt der Solarmodule ist China heute für uns absolut keine Gefahr“, so der Firmengründer gegenüber dem Europressedienst. Unerwartet deutlich äußerte sich Asbeck im Bezug auf das Potenzial der Dünnschicht-Technologie. Hinsichtlich der Effizienz sei Dünnschicht – beim heutigen Entwicklungsstand – „noch kein tragfähiges Produkt“, so der Unternehmensgründer.

Die niedrigen Arbeitskosten mit denen der chinesische Markt zu punkten versuche, kompensiere die Branche in Deutschland vor allem durch das höhere High-Tech-Know-How, ist sich der SolarWorld-Chef sicher. „China ist im Bereich der Zell- und Modulherstellung immer noch 18 Monate zurück. Bei der Wafer-Produktion sehe ich uns mit bis zu drei Jahren noch deutlicher vor dem Markt in Fernost.“ Auf die Preisentwicklung angesprochen verwies die SolarWorld AG auf den Trend der letzten Jahre. Nach einem „Peak“ im Jahr 2006 sei das Preisniveau inzwischen wieder auf dem Stand von 2004 angekommen, was einer Degression von etwa acht Prozentpunkten entspräche.

Unerwartet deutlich äußerte sich Asbeck im Bezug auf das Potenzial der Dünnschicht-Technologie: „Mit einer Effizienz von neun bis zehn Prozent sind die Dünnschicht-Module den kristallinen Zellen, die heute schon 18 bis 20 Prozent ihrer Leistung abrufen, noch deutlich unterlegen.“ Aber auch so hielt Vorstandschef Asbeck an seiner Prognose fest, dass die Solarenergie spätestens im Jahr 2015 voll wettbewerbsfähig sei. „Doch um diese „Grid-Parity“ tatsächlich zu erreichen, muss die Industrie weiter in den Ausbau ihrer Kapazitäten investieren. Nur durch Massenproduktion und Effizienzsteigerung werden die Preise weiter sinken“, so Frank Asbeck. 

Quelle: Europressedienst (EuPD)
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