Artikel vom 07.07.2009, Druckdatum 20.10.2020

„Atomausstieg selber machen“ und Vattenfall den Stecker ziehen!

Nach dem erneut gescheiterten Betriebsversuch des Atomkraftwerks Krümmel fordert das Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ alle Vattenfall-Kundinnen und -Kunden in Hamburg und Berlin auf, dem Konzern zu kündigen und zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln. „Jeder Stromwechsler zählt“, erklärt Florian Noto, Sprecher der Kampagne „Atomausstieg selber machen“. „Abgeschriebene Atomkraftwerke sind Gelddruckmaschinen – aber nur solange sie laufen. Wenn von Krümmel und Brunsbüttel nurmehr eine rasant schrumpfende Kundschaft bleibt, müssen die Vattenfall-Manager reagieren.“

„Jetzt besteht die realistische Chance, den schwedischen Konzern zur Aufgabe seines deutschen Atom-Engagements in Krümmel und Brunsbüttel zu treiben“, sagt Florian Noto. „Nicht nur die Behörden müssen handeln. Schalten Sie als Verbraucherinnen und Verbraucher den Atomstrom ab!“ Echter Ökostrom koste in Berlin und Hamburg nur einen Cent pro Kilowattstunde mehr als das Basis-Angebot von Vattenfall. Bei normalem Verbrauch könnten Stromkund/innen für nur einen Euro mehr im Monat Vattenfall den Stecker ziehen und den Ausbau erneuerbarer Energien wirkungsvoll fördern, sagte Noto.

Das Atomkraftwerk Krümmel ist nach zweijähriger Wartung und knapp zweiwöchigem Betrieb am Samstag per Notabschaltung erneut vom Netz gegangen. Dies hat in Hamburg zu einem Verkehrschaos, Überschwemmungen und Wasserausfällen geführt. Vattenfall hatte in Krümmel weder die vorgeschriebene „Black Box“ installiert, noch umgehende die Aufsichtsbehörden und die Öffentlichkeit über den Störfall informiert. Nach einem ähnlichen Vorfall 2007 hatten bereits 250.000 Kundinnen und Kunden bei Vattenfall gekündigt.

„Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis von 21 Umwelt- und Verbraucherverbänden. Gemeinsam empfehlen sie Strom von ökologischen Stromanbietern, die unabhängig von den Atomkonzernen Vattenfall, E.ON, RWE und EnBW sind. Empfehlenswert sind laut „Atomausstieg selber machen“ dagegen die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy und LichtBlick aus Hamburg und Naturstrom aus Düsseldorf. Alle vier Anbieter liefern bundesweit Ökostrom Der Stromwechsel ist problemlos über die Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de oder das kostenfreie Ökostrom Infotelefon 0800 – 762 68 52 möglich.

Träger von „Atomausstieg selber machen“ sind: .ausgestrahlt, Bund der Energieverbraucher, BBU, BI Lüchow-Dannenberg, Bund für umwelt und Naturschutz (BUND), Campact, Deutscher Naturschutzring (DNR), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Forum Umwelt und Entwicklung, genanet, Greenpeace, GRÜNE LIGA, IPPNW, Jugendbündnis Zukunftsenergie, KLAR, Mütter gegen Atomkraft, NaturFreunde, Naturschutzbung (NABU), Robin Wood, urgewald und WWF. 

Quelle: „Atomausstieg selber machen“
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