Artikel vom 30.01.2013, Druckdatum 17.06.2019

HRW erhält 1. Preis für „Effizienzhaus Plus im Altbau“

Um die Erforschung von Plus-Energiehäusern im Bestand zu unterstützen, lobte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im letzten Jahr den Wettbewerb „Effizienzhaus Plus im Altbau“ aus. Gegenstand des Wettbewerbs war die Entwicklung eines Sanierungskonzepts für ein Energie-Plus-Gebäude im Altbau am Standort Neu-Ulm. Eines der Siegerteams kommt von der Hochschule Ruhr West, Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft.

Studierende und Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen-Energiesysteme um Prof. Viktor Grinewitschus haben gemeinsam mit dem Planungsbüro Werner Sobek Stuttgart GmbH und Oehler Archkom – Solar Architektur das Konzept für eine Sanierung im Altbau entwickelt und vorgelegt. Zwei Ulmer Gebäude in der Pfuhler Straße 4, 6, 12 und 14 sollten energetisch aufgemöbelt werden. Zwei Siegerarbeiten wurden mit einem Preisgeld von jeweils 25.000 Euro belohnt.

Neben der Hochschule Ruhr West gewann auch ein Konzept der Technischen Universität Darmstadt Fachbereich Architektur, Fachgebiet für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, Prof. Manfred Hegger. Die beiden ersten Sieger wurden jetzt auf der Fachmesse BAU 2013 in München geehrt. Die Sanierungskonzepte sollen noch in diesem Jahr realisiert werden.

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit unseren Studierenden und Wissenschaftlichen Mitarbeitern an einem solch interessanten und innovativen Projekt teilnehmen können und mit unserem Konzept auch noch einen Preis gewonnen haben. Das Thema energetische Sanierung von Altbauten ist ein wichtiges Thema – gerade im Hinblick auf die Energiewende. Die meisten Gebäude in unseren Städten sind nun einmal keine Neubauten sondern Altbauten, deren Energieverbrauch verbesserungswürdig ist. Das Projekt in Ulm bietet uns eine tolle Gelegenheit wissenschaftlich zu begleiten, was bei einer Altbausanierung zum Plus-Energiehaus überhaupt möglich und sinnvoll ist, um diese Erkenntnisse dann auch auf andere Projekte übertragen zu können“, erklärt Prof. Dr. Viktor Grinewitschus vom HRW Institut Energiesysteme-Energiewirtschaft.

Eine Besonderheit des Wettbewerbsbeitrags der Hochschule Ruhr West ist die Integration der gesamten Haustechnik in die Außenhülle. Dabei soll ein hochwärmedämmendes Fassadensystem vorgefertigt und mit allen notwendigen Leitungskomponenten auf die derzeitige Außenwand montiert werden. Dies entlastet den Grundriss von Leitungsführungen und vermeidet zusätzliche Schächte und Durchbrüche im Innenraum.

Die Photovoltaik wird konsequent auf den südausgerichteten Dachflächen montiert. Ein neuartiges Elektro-Managementsystem steuert den dort am Gebäude produzierten Strom für den Eigenverbrauch im Quartier. Darüber hinaus sollen Assistenzsysteme für den Niedrigenergieverbrauch verwendet werden, die Bewohner dabei unterstützen, sich energiesparend zu verhalten.

Dem Team ist es laut der Jury mit innovativer Planung gelungen, die sanierungsbedürftigen Mehrfamilienhäuser, die zurzeit für den Betrieb jeweils enorme 507 kWh/m²a Endenergie benötigen, zu Plusenergiehäusern zu wandeln. Die Energieüberschüsse werden dabei mittels gebäudeintegrierter Photovoltaik produziert. 

Quelle: Hochschule Ruhr West
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