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04.01.2012

„Physik im Blick 2012“

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind Schlagworte wie Rohstoffknappheit, „grüne“ Technologien und regenerative Energieversorgung wieder in aller Munde. Intensiver als je zuvor wird über neue Konzepte zur Energieversorgung nachgedacht, und immer enger verknüpft sich die Materialressourcenfrage mit der Energiefrage. Die beliebte Vortragsreihe „Physik im Blick“ nimmt sich unter dem Motto „Ressourcen und regenerative Energien“ dieser Problematik und ihrer Teilaspekte an und versucht, die Hintergründe zu beleuchten.

Fünf Vorträge bieten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Physikalischen Institute der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) an für Schülerinnen und Schüler (vorwiegend der Klassen bzw. Jahrgangsstufen 10 bis 13) sowie Lehrerinnen und Lehrer und natürlich auch für interessierte Gießener Bürger und Bürgerinnen.

Heutzutage werden immer noch 90 Prozent unseres Energiebedarfs mit den fossilen Energieträgern Kohle, Gas und Erdöl gedeckt, bei deren Nutzung immer auch das Treibhausgas CO2 als Abfallprodukt entsteht. Um irreversible Veränderungen des Weltklimas zu verhindern, darf der CO2-Gehalt in der Atmosphäre 500 ppm (parts per million) nicht übersteigen. Das ist etwa das Doppelte des Wertes vor Beginn der Industrialisierung mit 280 ppm; der aktuelle Wert liegt schon bei 375 ppm. Bei einer „business as usual“-Strategie wird der kritische Wert in wenigen Jahren erreicht. Die Entwicklung alternativer Konzepte und entsprechender Technologien geschieht auf einer Zeitskala von Jahren.

In unserer modernen Gesellschaft verbrauchen wir 35 Tonnen Material pro Kopf und Jahr zur Sicherstellung unserer Grundversorgung, als Luxus- und Konsumgüter sowie Hightech-Produkte. Die Funktion hochspezialisierter elektronischer Geräte hängt entscheidend vom systematischen Einbau spezieller chemischer Elemente wie Seltene Erden in die im Gerät verbauten Materialien ab. Allerdings ist das Vorkommen der chemischen Elemente in der Erdkruste extrem unterschiedlich, die die Gesamthäufigkeiten des Auftretens können sich um mehrere Größenordnungen unterscheiden und die Verteilung auf der Erde kann lokal stark variieren.

Die Energie- und die Ressourcenfrage sind auch in diesem Sinne stark verknüpft. Es kommt nicht nur darauf an, neue Technologien zur Energieversorgung zu entwickeln, sondern es muss sichergestellt werden, dass sich diese Technologien nachhaltig umsetzen lassen. Dazu muss ausreichend Material zur Herstellung zur Verfügung stehen.

Termine / Programm: 

Zeit: Jeweils samstags, 14. Januar bis 13. Februar 2012, 10 bis 12 Uhr 

Ort: Wilhelm-Hanle-Hörsaal der Physikalischen Institute, Heinrich-Buff-Ring 14, 35392 Gießen

14. Januar 2012: Technologieentwicklung und Ressourcenknappheit
Prof. Dr. Peter J. Klar, I. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität

21. Januar 2012: Woher kommt die Sonnenenergie
Prof. Dr. Christoph Scheidenberger, II. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität
In einer halbstündigen Ergänzung im Anschluss an die Kaffeepause ist die Vorstellung des Nobelpreises für Physik 2011 durch Prof. Dr. Alfred Müller, Institut für Atom- und Molekülphysik, geplant.

28. Januar 2012: Konzepte für Photovoltaik im großen Stil – Solarzellen aus gut verfügbaren Materialien und herstellbar unter geringem Energieaufwand
Prof. Dr. Derck Schlettwein, Institut für Angewandte Physik, Justus-Liebig-Universität

04. Februar 2012: DESERTEC: kann Wüstenstrom das Energieproblem der Menschheit lösen?
Prof. Dr. Michael Düren, II. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität

11. Februar 2012: Wind- und Wasserenergie
Prof. Dr. Martin Eickhoff, I. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität

Nach jedem Vortrag gibt es ein Quiz, Kaffee, Kuchen und kalte Getränke. 

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

  

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