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25.06.2007

Wachstum internationaler Fotovoltaikmärkte beschleunigt sich

Der Fotovoltaik werden von den Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmern im Vergleich zur Solarthermie deutlich höhere Wachstumspotenziale zugesprochen. Das sind erste Ergebnisse der neuen EuPD Research-Studie „Der französische Solarmarkt 2007 – Strukturen, Potenziale, Schwierigkeiten“, die auf der Intersolar in Freiburg vorgestellt wurde. „Im Rahmen der Studie sind erstmals Primärdaten über Marktstrukturen unter den 220 relevanten Marktteilnehmern des Fotovoltaikmarktes in Frankreich erhoben worden“, erklärte EuPD Research Projektleiterin Sarah Endres. Die komplette Studie, die auch Entwicklungen im Solarthermiemarkt abdeckt, ist ab August 2007 erhältlich.

Nachdem viele Länder in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen verbessert haben, entwickeln sich die internationalen Fotovoltaikmärkte derzeit sehr dynamisch. Der Bundesverband Solarwirtschaft geht davon aus, dass in diesem Jahr das Marktwachstum im Ausland größer sein wird als in Deutschland, der aber der größte Markt weltweit bleiben wird. Besonders viel versprechend sind die europäischen Märkte Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland.

In Spanien und Italien wurden bereits in den letzten Jahren Einspeisevergütungen nach dem Vorbild des deutschen EEG etabliert, doch erst durch die aktuellen Überarbeitungen der Gesetzesbedingungen wurden die Voraussetzungen für ein starkes Wachstum geschaffen. In Spanien wird sich der Absatz voraussichtlich auf 120 MWp verdoppeln. In Griechenland wurden 2006 zwar attraktive Solarstromvergütungen eingeführt, doch bislang wird die Entwicklung noch von administrativen Barrieren behindert. In Frankreich wird erwartet, dass die dachintegrierten Anlagen einen starken Marktanteil einnehmen werden, da die Vergütung hierfür mit 0,55 Euro pro kWh wesentlich höher liegt als für Standardanlagen mit 0,30 Euro pro kWh. 

Außerhalb Europas findet sich die größte Marktdynamik in den USA, wo viele Bundesstaaten Förderprogramme für Fotovoltaikanlagen aufgelegt haben. In Kalifornien hat Gouverneur Schwarzenegger im August 2006 ein 1-Million-Dächer-Programm unterzeichnet. 

Im Fokus der Branche ist derzeit der französische Fotovoltaikmarkt. Ein Grund dafür ist das im Juli 2006 vom Industrieministerium umgesetzte Einspeisedekret, welches höhere Einspeisetarife für Solarstrom garantiert. Die attraktiveren Bedingungen, insbesondere für Dach integrierte Solaranlagen, haben inzwischen zu einer deutlich höheren Anzahl von Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmern entlang der Wertschöpfungskette geführt. Unternehmen, die in Frankreich tätig werden wollen, müssen sich jedoch auf eine im Vergleich zu Ländern wie Deutschland abweichende Marktstruktur einstellen. Großhandels- und Installationsstrukturen befinden sich noch im Aufbau, wodurch Hersteller in Projekten selbst aktiv werden müssen. 

Für Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), ist Frankreich ein wichtiger Zukunftsmarkt in Europa. „Unserer Erfahrung nach steigt das Interesse der Franzosen an der umwelt- und klimafreundlichen Solarenergie derzeit stark an. Die hervorragende Marktentwicklung im Bereich Solarwärme in den vergangenen Jahren lässt auch im Bereich Fotovoltaik eine hohe Nachfrage erwarten. Die besondere Förderung Dach integrierter Lösungen kann diesem Marktsegment international einen Schub verleihen; Voraussetzung ist allerdings, dass die technischen Anforderungen praxisnah gestaltet und umgesetzt werden“, stellte Stryi-Hipp bei der Kommentierung der Studienergebnisse fest. 

Die Analyse der Marktstrukturen in Frankreich zeigt: Der dortige Fotovoltaikmarkt befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer sind mit noch wenig entwickelten Vertriebsstrukturen konfrontiert. Das Spektrum reicht vom ein- bis zum dreistufigen Vertrieb. Zudem haben die befragten Installateur/innen, Großhändler/innen und Systemintegrator/innen durch ihre Herkunft aus anderen Kerngeschäftsfeldern ein breites Leistungsspektrum. Dafür fehlen gerade auf Installationsebene oftmals ausreichende Qualifikationen. 

Für den französischen Fotovoltaikmarkt, der nach Angabe der Umwelt- und Energieagentur Adème 2006 eine neu installierte Leistung von 14,1 MW erreichte, wird für dieses Jahr mindestens eine Verdoppelung des Absatzmarktes erwartet. Wachstumspotenziale sehen die Befragten insbesondere im Bereich der privaten Endkundinnen und -kunden sowie bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit einer Anlagengröße von 1-3 kWp. 

Daneben könnten auch Aktivitäten öffentlicher Einrichtungen, wie Kommunen, dem Markt zu Wachstum verhelfen. Diese sind in Frankreich derzeit im Wesentlichen mit größeren Anlagen, wie auf Schulgebäuden, aktiv. Potenzial wird in Frankreich polykristallinen Modulen zugesprochen, die mit 75 Prozent deutlich vor monokristallinen (35,4 Prozent) bzw. Dünnschichtlösungen (a-Si) liegen, die gerade mal 8,3 Prozent erreichen. 

Trotz der verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen wird die Menge der tatsächlich umgesetzten Projekte und damit das Wachstum des französischen Marktes durch mehrere Faktoren beeinträchtigt. Das Problem der fehlenden Definition, wann eine Dachanlage als integriert gilt, wurde zwar im April 2007 durch eine entsprechende Beschreibung im „guide intégration“ gelöst. Kritisiert werden aber noch bürokratische bzw. administrative Hürden. Dazu gehören das kompliziert ausgestaltete Fördersystem, beispielsweise bei den Steuergutschriften sowie das aufwendige Verfahren bei der Erteilung von Baugenehmigungen für Solarstromanlagen. 

Auch die oftmals lange Projektdauer, die von der Planung bis zum Anschluss rund acht Monate beträgt, bewerten die Befragten als nachteilig. Für die Zukunft erwarten die Befragten bedingt durch die bessere Förderung ein deutlich höheres Wachstum der Fotovoltaik gegenüber der Solarthermie Für die aktuelle Studie hat EuPD Research im Mai 2007 rund 220 relevante Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer aus Industrie, Großhandel und Installation zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Entwicklung des Solarmarktes befragt. Die komplette Studie ist ab August 2007 erhältlich.

Quelle: EuPD Research

  

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