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12.10.2009

Laufzeitverlängerung: Jeden Tag zusätzlicher Profit von 1 bis 2,2 Millionen Euro pro Atomkraftwerk

Die Betreiber von Atomkraftwerken können bei einer Verlängerung der Laufzeiten mit zusätzlich acht bis zehn Milliarden Euro Gewinn pro Jahr rechnen. Ein Kraftwerk erwirtschafte jeden Tag einen zusätzlichen Profit von einer bis 2,2 Millionen Euro, sagte Felix Christian Matthes vom Freiburger Öko-Institut in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bei einer nur achtjährigen Verlängerung seien das 64 bis 80 Milliarden Euro, sagte der Forscher des renommierten und unabhängigen Instituts mit Sitz in Freiburg.

Ein Abschalten der Atomkraftwerke wirkt sich nach Angaben von Matthes nicht auf den Strompreis aus, da genügend Kapazitäten zur Verfügung stünden. „Momentan haben wir Überkapazitäten von 10.000 bis 20.000 Megawatt“, sagte der Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik Matthes. 

Im Jahr 2007 seien beispielsweise fast die Hälfte der Kernkraftwerke wegen Störfällen oder Wartungsarbeiten außer Betrieb gewesen, auf den Strompreis habe das aber keine Auswirkungen gehabt. Matthes: „Niemand sagt mehr ernsthaft, dass wir es mit einer Stromlücke zu tun bekommen. Wir haben Reserven und sind flexibel genug, um alles abzudecken, was an Bedarf kommen kann.“

Durch eine Laufzeitverlängerung seien außerdem keine Entlastungseffekte beim Klimaschutz zu erwarten. „An der Gesamtemission von Treibhausgasen ändert sich gar nichts“, sagte Matthes, denn das Emissionsziel sei festgesetzt. „Wenn ein paar schadstoffreiche Kraftwerke abgeschaltet werden, können andere Emittenten mehr ausstoßen.“ 

„Atomkraftwerke sind die gefährlichste Art der Energieerzeugung. Die Entsorgung ihres zehntausende Jahre strahlenden Mülls ist ungelöst, sie erhöhen das Risiko von Terroranschlägen und sie behindern den Ausbau der Erneuerbaren Energien, da sie benötigtes Kapital binden“, sagt Roland Hipp, Kampagnen-Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. 

„Mit einer Laufzeitverlängerung bremsen Kanzlerin Merkel und Herr Westerwelle den Innovations- und Investitionsschub dieser sauberen Energien und gefährden hunderttausende mögliche Arbeitsplätze. Damit bedienen sie die Geldgier der Stromkonzerne und missachten Sicherheit und Zukunft der Menschen!“, so Hipp weiter. 

„Die Sicherheit der Bevölkerung ist nicht verhandelbar“, erklärt Jörg Sommer, Vorstandssprecher der Deutschen Umweltstiftung, zu den aktuellen Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP, die am Donnerstag den Ausstieg aus dem Atomausstieg vereinbart hatten.

„Die Milliardensummen, die von den Stromkonzernen dabei in den Raum gestellt werden, sind Milchmädchenrechnungen. Denn gerade die ältesten Meiler, die in Kürze abgeschaltet werden sollten, müssten aufwendig nachgerüstet werden, um überhaupt den ohnehin viel zu laschen Sicherheitsstandards zu entsprechen. Am Ende werden die Betreiber ihre Gewinne klein rechnen und die Gesellschaft bleibt auf den Betriebsrisiken und zusätzlichem Atommüll sitzen. Wer jetzt so tut, als könne man die klammen öffentlichen Haushalte durch die Verlängerung der AKW-Laufzeiten stopfen, kann nicht rechnen - oder er lügt“, so Sommer weiter

Hans Günter Schumacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Umweltstiftung, appelliert an das demokratische Gewissen der Koalitionspartner: „Der gesetzlich verankerte Atomausstieg ist ein gesellschaftlicher Konsens. Wer die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert, stellt sich gegen die Mehrheit der Gesellschaft!“

60 Prozent der Deutschen sprechen sich gegen längere Laufzeiten von Atomkraftwerken aus, wie eine Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace Mitte September ergeben hatte. Vor allem die junge Generation befürwortet eine Wende in der Energiepolitik. 71 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler setzen sich für den Ausstieg aus der Atomenergie ein. Selbst 50 Prozent der CDU/CSU-Anhänger/innen und 49 Prozent der FDP-Wähler/innen erwarteten damals von der künftigen Regierung, am Atomausstieg festzuhalten. 

Quelle: Öko-Institut, verivox, Greenpeace, Deutsche Umweltstiftung

  

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