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03.08.2011

Baubranche drängt auf steuerliche Sanierungsförderung

Die „Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea)“ fordert die Bundesregierung und die Bundesländer auf, für die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung schnell eine gemeinsame Lösung zu finden. Die Länderchefs hatten kürzlich den ersten Entwurf der Regierung für eine entsprechende Förderung abgelehnt, da die zu erwartenden Kosten nicht zumutbar seien. „Nun muss die Regierung den Vermittlungsausschuss anrufen, damit die Steuerförderung doch noch kommt. Denn wenn die Bundesregierung die Energiewende ernst nimmt, muss sie für den dringend notwenigen Schub im Markt für energetische Sanierungen sorgen“, sagt Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena).

Begründet wurde die Ablehnung des Steuerförderungsgesetzes unter anderem mit den zu erwartenden Steuerausfällen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro, von denen rund 900 Millionen Euro durch die Länder zu tragen wären. Kohler betont: „Die zu erwartenden positiven Effekte werden vollkommen außer Acht gelassen. Denn von einer steuerlichen Sanierungsförderung profitieren neben den Bürgern und der Wirtschaft auch der Staat.“ 

Jeder Euro, den der Staat für die Förderung energetischer Sanierungen aufwendet, löst laut dena etwa das Sechsfache an Investitionen aus, die überwiegend in regionale Ingenieurs- und Handwerksleistungen sowie in Qualitätsprodukte deutscher Firmen fließen. Die öffentliche Hand profitiert von Einnahmen in Form von Mehrwert-, Lohn- und Einkommenssteuer sowie Gewerbe- und Körperschaftssteuer. Zudem werden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, was Sozialbeiträge generiert und Ausgabepositionen zum Beispiel im Bereich des Arbeitslosengeldes senkt.

Ein steuerlicher Anreiz zur Förderung der Gebäudesanierung bietet insbesondere für die Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen können, eine starke Investitionsmotivation. Für diese Bevölkerungsgruppe ist eine Kreditförderung durch die Programme der KfW oder ein Zuschuss für die Verwendung bestimmter Technologien kein hoher Anreiz. 

„Mit der steuerlichen Sanierungsförderung geht sicher eine Initialzündung einher, die Investitionen in energetische Sanierung massiv steigern wird und damit den Sanierungsstau in Deutschland reduziert“, sagt Kohler.

Energieeffizienz hat auch eine wichtige soziale Komponente. Derzeit sind sich alle Expert/innen einig, dass die Energiewende und steigende Energiepreise Verbraucherinnen und Verbraucher künftig verstärkt unter Kostendruck setzen werden. Die Lösung müsse darin liegen, mit Energie effizienter umzugehen. Das ist insbesondere bei Effizienzhäusern der Fall, da sie einen geringeren Energiebedarf aufweisen und somit die Heizkostenbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner reduzieren. 

Da der Atomausstieg mittelfristig zu einer höheren Auslastung konventioneller Kraftwerke und damit zu höheren CO2 Emissionen führe, müssten diese an anderer Stelle eingespart werden. Deutschland müsse also effizienter mit seiner Energie umgehen, so die dena. Dabei spiele der Gebäudebereich eine entscheidende Rolle: Denn die Einsparpotenziale seien so umfangreich wie in keinem anderen Sektor und bereits heute mit marktgängigen Techniken zu erreichen.

In der „Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea)“ sind mit Industrie, Energiewirtschaft, Handwerk, Forschung und Fachgroßhandel die wichtigen Marktakteure der Anbieterseite der Gebäudeenergieeffizienz vertreten. Sie ist ein Zusammenschluss von erfahrenen und anerkannten Kompetenzträgern für Gebäude-Energieeffizienz und verfügt damit über einen fundierten Überblick zu Marktentwicklungen und -tendenzen. 

Die Allianz verfolgt eigenen Angaben zufolge das Ziel einer gemeinsamen politischen Kommunikation und der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich. Erstmalig ist es mit der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz gelungen, eine breit getragene Initiative zu initiieren, die gemeinsam Impulse setzen und Marktbedingungen verbessern will. Durch den branchenübergreifenden Zusammenschluss werden Synergien neu erschlossen und bestehende Ansätze gewinnbringend miteinander verzahnt.

Quelle: Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena)

  

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