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01.09.2006

Solarstrom-Konferenz Dresden: Wendepunkt in der Entwicklung

Ab Montag werden in Dresden 2.500 Wissenschaftler, Industrievertreter und Politiker aus 93 Nationen zur weltweit führenden Solarstrom-Fachkonferenz „European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition“ (EU PVSEC) erwartet. Die Durchführung in Deutschland habe hohe Symbolkraft, so die Veranstalter. Schließlich stehe Deutschland derzeit für 60 Prozent des weltweiten Marktes. Themen der Konferenz werden u.a. sein: Neue Bauelemente und Materialien, kristalline Silizium Solarzellen und Materialtechnologien, Dünnschichttechnologie, netzgekoppelte Systeme und Anwendungen sowie globale Aspekte der solaren Stromerzeugung.

„Der drastisch gestiegene Ölpreis und das bei Wirtschaft, Politik und Verbrauchern gewachsene Bewusstsein der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe haben der Fotovoltaik Branche einen enormen Schub gegeben und auch den Innovationszyklus deutlich beschleunigt“, erläutert Dr. Heinz Ossenbrink, Technical Programme Chairman der Konferenz. Entsprechend spiegele das Programm die aktuelle Entwicklung wider, so die Veranstalter. Fortschritte bei der Technologie mit höheren Wirkungsgraden, einem geringeren spezifischen Bedarf an Silizium für die Herstellung der Solarzellen und einem insgesamt geringeren Materialeinsatz im Fertigungsprozess bilden einen Schwerpunkt. Wissenschaftler arbeiten weltweit auch an Solarzellen die ganz ohne das knappe Siliziummaterial auskommen.

Insgesamt sieben Themenbereiche werden laut den Veranstaltern die diesjährige „European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition“ ausmachen: Grundlagen, neue Bauelemente und Materialien; kristalline Silizium Solarzellen und Materialtechnologien; Aspekte in Zusammenhang mit der Verwendung von amorphen und mikrokristallinen Silizium; Dünnschichttechnologie; Komponenten von PV-Systemen; netzgekoppelte Systeme und Anwendungen sowie globale Aspekte der solaren Stromerzeugung. Im Rahmen eines PV Industry Forums werden aktuelle Trends in der Fotovoltaik Industrie erörtert werden.

Parallel zur Konferenz findet die bislang weltweit größte Industrieausstellung im Bereich Fotovoltaik statt. Rund 400 Aussteller aus 29 Nationen zeigen auf einer Fläche von 16.000 qm Forschungsergebnisse, neue Produktionsverfahren und neue Produkte auf dem Gebiet der solaren Stromerzeugung. „Bei den Ausstellern handelt es sich um Hersteller von Fotovoltaik Komponenten wie Ingots, Wafer, Zellen, Module und Inverter“, erläutert Peter Helm, Geschäftsführer des Projektentwicklers WIP-Renewable Energies. Die zweite beinahe gleichstarke Gruppe von Ausstellern kommt aus dem Bereich der Zulieferindustrie und dem Anlagenbau, die Produktionseinrichtungen für die Herstellung dieser Komponenten errichten. „Die EU PVSEC deckt damit als einzige Konferenzmesse weltweit alle Stufen der Wertschöpfung von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt ab“, so Peter Helm weiter.

Deutschland ist im internationalen Solarstrommarkt ein Schwergewicht. Bereits 1989 wurde hier ein erstes Förderprogramm aufgelegt. Der beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie und die Entschlossenheit, die Kyoto-Ziele für den Klimaschutz einzuhalten, bildeten Rahmenbedingungen, in denen zum Beispiel das Erneuerbare Energien Gesetz entstanden ist. Forschungseinrichtungen und Industrie haben in diesem Umfeld international eine Spitzenposition erlangt. Nach Einschätzung von Dr. Ossenbrink gibt es wenige Forschungsprogramme, die einen vergleichbaren wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg hatten.

Lange haftete dem Solarstrom der Ruf an, zu teuer zu sein. Mittlerweile jedoch wird Spitzenstrom an den nationalen Strombörsen zu Preisen gehandelt, die über den gesetzlich garantierten Einspeisevergütungen für Solarstrom liegen. An der Leipziger Strombörse war dies am 27. Juli erstmals der Fall. Mit 54 Eurocents übertraf an diesem Tag die Kilowattstunde Spitzenlaststrom die 40,6 bis 51,8 Eurocent, mit denen in Deutschland im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes die Kilowattstunde Solarstrom vergütet wird.

In Südeuropa ist nach Einschätzung von Dr. Ossenbrink die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit bereits erreicht. Weiter steigende Strompreise werden diese Entwicklung verstärken. „In fünf bis zehn Jahren ist Solarstrom für Sommerspitzenlast wirtschaftlich“, ist sich Dr. Ossenbrink sicher. Die diesjährige Solarstromkonferenz in Dresden sieht er entsprechend als einen Wendepunkt in der Entwicklung.

Quelle: www.photovoltaic-conference.com

  

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