Im solarportal24-Linkverzeichnis finden Sie schnell, einfach und kostenlos kompetente Ansprechpartner/innen für Ihre Fragen rund ums Thema Solarenergie, Erneuerbare Energien und mehr.
Architekten (22)
Berater (61)
Energieagenturen (9)
Finanzierung (17)
Forschung & Entwicklung (3)
Fort- und Weiterbildung (3)
Großhändler (54)
Handwerker (207)
Händler (69)
Komplettlösungen (22)
Medien (7)
Montagegestelle (7)
Planer (42)
private Solarseiten (15)
Solarhersteller (64)
Solarversicherungen (15)
Verbände/Vereine (13)
Versandhandel (15)
Ökologisch Bauen (12)
Mitmachen
Login / Eintrag ändern


Zurück zu den Nachrichten... Diesen Artikel ausdrucken
30.11.2012

Energiewende in Inzell

Das erste Mehrparteien Sonnenhaus steht im bayerischen Inzell: Im Sommer fertig gestellt, fuhr der solarisierte Altbau in den vergangenen Monaten die „Sonnenernte“ ein, die seine Bewohnerinnen und Bewohner durch den Winter bringen wird. Bei ausreichend Sonnenschein – und davon gibt es im Chiemgau genug - heizt die Sonne den Solartank des Hauses auf 90°C. Seine Größe ist ausreichend, um das Haus über Tage und Wochen mit Wärme für Heizung und Warmwasser zu versorgen.

Für den restlichen Bedarf kommt der heimische Rohstoff Holz zum Einsatz. Insgesamt liegt der Primärenergiebedarf des Mehrfamilienhauses bei 22,6 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Der zu einem Sonnenhaus sanierte Altbau unterschreitet die von der Energieeinspar-Verordnung zugelassenen Grenzwerte um das dreifache. 

Über 70 Prozent des gesamten Jahreswärmebedarfs deckt das Haus in Inzell zukünftig über seine solarthermische Anlage mit dem kostenfreien Rohstoff Sonne Das ursprüngliche Haus entstand im Jahr 1959; in Zeiten also, als Heizöl für rund 20 Pfenning (0,10 Euro) pro Liter zu haben war. Ein Preis, der sich bis heute annähernd verzehnfacht hat. „Höchste Zeit also, die Ölheizung in dem Haus durch etwas Sinnvolleres zu ersetzen“, meint Helga Meinel, verantwortliche Architektin und Vorstand des Sonnenhaus Instituts. „Und was liegt hier in der Region bei 700 Metern über Meeresniveau näher als die Sonne?“ 

Die Bauherrinnen und -herren entschlossen sich zu einer energetischen Sanierung nach den Standards des Sonnenhaus Instituts. Dazu wurden insgesamt 48 Quadratmeter Kollektorfläche angebracht. Um den lokalen Bauvorschriften Genüge zu tun, die traditionell flach geneigte Dächer vorschreibt, wurden die Kollektoren auf dem Dach mit einer Neigung von 45 Grad aufgeständert. Zusätzlich, um die Sonneneinstrahlung vor allem in den Wintermonaten optimal zu nutzen, plante die Architektin zusätzlich Fassadenkollektoren.

„Senkrechte Kollektorflächen bringen vor allem im Winter, wenn die Sonne tief steht, einen optimalen Ertrag. Und da wir im Chiemgau nicht nur viel Sonne sondern mitunter große Mengen Schnee haben, garantieren sie auch dann eine hohe Sonnenernte, wenn das Dach voll Schnee sein sollte“, erläutert Meinel ihr Konzept.

Die Kollektoren sammeln die Sonnenwärme, die anschließend in einem 8.200 Kubikmeter großen, zentralen Pufferspeicher eingelagert wird. Heizkörper wie Fußbodenheizung geben die Wärme bedarfsgerecht und individuell regelbar in die einzelnen Räume ab.

Im Zuge der Sanierung bauten die Eigentümerinnen und Eigentümer außerdem das Dachgeschoss aus, so dass heute vier Wohneinheiten auf einer Gesamtfläche von 284 Quadratmetern von der behaglichen Sonnenwärme profitieren. Reicht diese in den sonnenärmsten Monaten zum Heizen nicht aus, ergänzt ein 50kW Stückholz-Ofen die thermische Solaranlage. Er gibt 90 Prozent seiner Leistung direkt an den Speicher ab.

„Sonne und Holz ergänzen sich optimal“, weiß Meinel. „Die Bewohnerinnen und Bewohner decken mit dieser Kombination ihren Wärmebedarf über das gesamte Jahr hinweg mit regenerativen Energien. Nach unseren vorsichtigen Berechnungen werden alle vier Parteien zusammen mit rund sechs Ster Holz jährlich ihr ganzes Haus behaglich und komfortabel heizen.“ Preissteigerungen bei Heizöl oder Gas brauchen die Bewohnerinnen und Bewohner zukünftig nicht mehr zu kümmern. 

Über diese Einsparungen hinaus kommt Bauherrinnen und -herren eines solchen Projektes seit August eine höhere Förderung über das so genannte Marktanreizprogramm zu gute. Anlagen dieser Größenordnung werden mit rund 4.300 Euro bezuschusst zuzüglich dem so genannten Kesselaustausch-Bonus von weiteren 500 Euro.

„Insbesondere die Erhöhung der förderfähigen Kollektorfläche auf eine Größe von bis 100m², statt der bisherigen Obergrenze von 40m², wirkt sich positiv für Sonnenhäuser aus“, erläutert Peter Rubeck, Geschäftsführer des Sonnenhaus Instituts. „So werden zukünftig energetische Sanierungen von Einfamilien- und der Bau von Mehrfamilien-Sonnenhäusern interessant, die Sonnenwärme über die Bereitung von Warmwasser hinaus außerdem zum Heizen nutzen möchten und daher eine größere Kollektorfläche benötigen.“ 

Relevant sind darüber hinaus die Förderkredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die für energetische Sanierungen einen Tilgungszuschuss von bis zu 30 Prozent gewähren.

Quelle: Sonnenhaus Institut e.V.

  

Vorheriger Artikel:
Klimaforschung: Neue Methode ermöglicht besseren Ausblick
Nächster Artikel:
„Die beste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen!“

Newsarchiv

Mai 2019 April 2019 März 2019 Februar 2019 Januar 2019 Dezember 2018 November 2018 Oktober 2018 September 2018 August 2018 Juli 2018 Juni 2018 Mai 2018 April 2018 März 2018 Februar 2018 Januar 2018 Dezember 2017 November 2017 Oktober 2017 September 2017 August 2017 Juli 2017 Juni 2017 Mai 2017 April 2017 März 2017 Februar 2017 Januar 2017 Dezember 2016 November 2016 Oktober 2016 September 2016 August 2016 Juli 2016 Juni 2016 Mai 2016 April 2016 März 2016 Februar 2016 Januar 2016 Dezember 2015 November 2015 Oktober 2015 September 2015 August 2015 Juli 2015 Juni 2015 Mai 2015 April 2015 März 2015 Februar 2015 Januar 2015 Dezember 2014 November 2014 Oktober 2014 September 2014 August 2014 Juli 2014 Juni 2014 Mai 2014
 



  solarportal24.de Impressum | Neue Einträge | Top Links | Top Partner | 23.09.2020 05:32
                                                                 News_V2