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20.12.2006

Solarwärme: Sinnvolle Förderung eröffnet riesiges Potenzial

Die Jahrzehnte des billigen Öls sind definitiv vorbei und die Solarwärme wird fossile Brennstoffe und Strom für Heiz- oder Kühlzwecke zusehends ersetzen. Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt das schweizer Bankhaus Sarasin in seiner jüngsten Studie. Setze Europa gezielt auf die Förderung von Solarwärme, könne es 30 Prozent seiner Ölimporte aus dem mittleren Osten einsparen, so die Wirtschafts-Experten.

Das Bankhaus Sarasin geht davon aus, dass der Trend zur Solarthermie weltweit auch in den nächsten Jahrzehnten ungebrochen anhalten wird. Nach Einschätzungen der Banker sei bis 2010 mit einer globalen Wachstumsrate bei der neu installierte Leistung von 25 und 30 Prozent pro Jahr zu rechnen. 2010 werde ein Marktvolumen von 45 GW Wärmeleistung und ein monetäres Volumen von rund 13 Milliarden Euro erwartet. Damit wären bis Ende dieses Jahrzehnts weltweit rund 220 GW Kollektorkapazität in Betrieb.

Sarasin bescheinigen Solarwärmeanlagen die Konkurrenzfähigkeit bei den Wärmegestehungskosten gegenüber Öl- und Gasheizungen. Allerdings seien Sonnenkollektoren bei der Anschaffung in der Regel noch teurer als konventionelle Heizsysteme. Eine sinnvolle Förderung und die erwartungsgemäß steigenden Energiekosten für fossile Brennstoffe könnten hier ein riesiges Potenzial eröffnen.

Laut Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e. V., zeigt die Studie die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung für den heimischen Solarwärmemarkt: „Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz für Solarstrom wird weltweit als Erfolgsmodell kopiert. Auf ein entsprechendes Signal vom Wärmemarkt wartet das Ausland hingegen bislang vergeblich.“ Das Wärmegesetz könne zu einem zweiten Exportschlager werden, die internationale Vorreiterrolle Deutschlands bei den Erneuerbaren Energien stärken und den Geschäftsbetrieb der über 4.000 zumeist mittelständischen deutschen Unternehmen unterstützen, so der BSW-Geschäftsführer weiter.

In Deutschland wurden in diesem Jahr über 1.300.000 qm Kollektorfläche mit einer Wärmeleistung von mehr als 910 MW neu installiert. Insgesamt liegt der Bestand von Solarwärmeanlagen in Deutschland jetzt bei fast einer Million, die gesamt installierte Wärmeleistung beträgt zum Jahresende 2006 mehr als 5,6 GW.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW)

  

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