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16.11.2011

Q-Cells passt Liquiditätsprognose zum Jahresende 2011 an

Im dritten Quartal hat die Q-Cells SE (Bitterfeld-Wolfen) einen Umsatz von 228,8 Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis (EBIT) war mit -47,3 Millionen Euro negativ. Der Anteil von Solarzellen am Absatzvolumen ist in den ersten neun Monaten von 69,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 46,5Prozent gesunken. Aufgrund der weiter bestehenden Unsicherheit über die Entwicklung des operativen Geschäftes im vierten Quartal 2011 wurde die Liquiditätsprognose zum Jahresende 2011 vorsorglich angepasst. Weiter gibt das Unternehmen bekannt, dass Marion Helmes ihr Amt als Finanzvorstand der Q-Cells SE auf eigenen Wunsch mit Wirkung zum Ablauf des 14. Novembers niedergelegt hat.

Der Umsatz im Vorquartal von rund 316,0 Millionen Euro hatte Unternehmensangaben zufolge von einem Großprojekt profitiert, der Umsatz auf Neunmonatsbasis betrage damit rund 669,9 Millionen Euro, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Auch für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen durch die Realisierung mehrerer Großprojekte einen Umsatz in ähnlicher Höhe wie im zweiten Quartal, so dass das angestrebte Umsatzziel von rund einer Milliarde Euro für das laufende Jahr bestätigt werden könne.

Das operative Ergebnis (EBIT) war auch im dritten Quartal mit -47,3 Millionen Euro negativ, vor allem wegen des anhaltenden Preisverfalls, aber auch weil die Einkaufspreise erst zeitversetzt gesunken seien, so das Unternehmen weiter. Darüber hinaus hätten die Unterauslastung der Produktionskapazitäten sowie Aufwendungen für das im August 2011 angestoßene Maßnahmenpaket das operative Ergebnis belastet.

Dahingegen sei das dritte Quartal nicht wie das Vorquartal von hohen Rückstellungen und Abschreibungen geprägt gewesen. Stattdessen habe Q-Cells erstmals in diesem Jahr einen positiven Free Cashflow von 41,9 Millionen Euro erzielen und damit unter anderem die liquiden Mittel von 169,5 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 230,3 Millionen Euro zum Ende des dritten Quartals erhöhen können. Erfreulich sei die Entwicklung im Modulgeschäft, das im dritten Quartal den bislang höchsten Absatz des Jahres meldete. Auch erste Aufträge für das im September vorgestellte Flachdachsystem belegen nach Ansicht des Unternehmens, dass die Strategie einer Ausweitung auf Photovoltaik Anwendungen greife. 

In den ersten neun Monaten des Jahres sei der Anteil von Solarzellen am Absatzvolumen von 69,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 46,5Prozent gesunken. 

Marion Helmes hat ihr Amt als Finanzvorstand der Q-Cells SE auf eigenen Wunsch mit Wirkung zum Ablauf des 14. Novembers niedergelegt, teilt das Unternehmen weiter mit. Der Aufsichtsrat habe ihrem Wunsch entsprochen und bedauere diesen Schritt. Marion Helmes habe seit ihrem Amtsantritt wesentliche Aufbauarbeit in der Finanzorganisation des Unternehmens geleistet. Dafür danke ihr der Aufsichtsrat. 

Der Aufsichtsrat hat Unternehmensangaben zufolge beschlossen, in der aktuellen Phase des Unternehmens das Vorstandsgremium auf zwei Mitglieder zu konzentrieren. Die Aufgaben werden neu zugeordnet: Nedim Cen übernehme die Aufgabe des Finanzvorstands zusätzlich zu seiner Verantwortung als Vorstandsvorsitzender. Andreas von Zitzewitz übernehme neben seinen Aufgaben als Vorstand für Produktion, Forschung und Entwicklung nun zusätzlich auch die Verantwortung für das Ressort Marketing und Vertrieb von Nedim Cen. 

Q-Cells erwartet für das Gesamtjahr 2011 weiterhin einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro sowie ein operatives Ergebnis im negativen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dabei geht das Unternehmen, wie bereits im August angekündigt, auch für das vierte Quartal 2011 von einem operativen Verlust aus. 

Die Absatzpreise im zweiten Halbjahr 2011 seien aufgrund der schwächeren Nachfrage stärker als bislang angenommen gefallen, so das Unternehmen in seiner Pressemitteilung weiter. Daneben seien die Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung des Photovoltaik Marktes im abgelaufenen Quartal entgegen den Erwartungen nicht kleiner geworden. Diese Entwicklungen könnten sich nachteilig auf den Anstieg der liquiden Mittel im vierten Quartal 2011 auswirken.

Obwohl die aktuelle Liquiditätsplanung noch im Korridor der bisherigen Prognose von 300 bis 350 Millionen Euro liege, passe das Unternehmen vor dem Hintergrund der weiter bestehenden Unsicherheit über die Entwicklung des operativen Geschäftes im vierten Quartal 2011 die Liquiditätsprognose zum Jahresende 2011 vorsorglich an. Zum Ende des dritten Quartals 2011 konnte Q-Cells eigenen Angaben zufolge die liquiden Mittel auf 230,3 Millionen Euro erhöhen. Bis zum Jahresende 2011 erwartet das Unternehmen einen weiteren Anstieg der Liquidität auf bis zu 300 Millionen Euro. Darin würden voraussichtlich verfügungsbeschränkte Mittel in einer Größenordnung von 60 bis 70 Millionen Euro enthalten sein. 

In Anbetracht der für das operative Geschäft notwendigen Liquidität könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass das Unternehmen die im Februar 2012 fällig werdende Wandelschuldverschreibung nicht vollständig wird zurückzahlen können. Vor diesem Hintergrund habe Q-Cells bereits Kontakt mit wesentlichen Anleiheinhabern aufgenommen, die in die Wandelschuldverschreibungen des Unternehmens investiert haben. Bereits Ende Oktober hätten die Inhaber der Wandelschuldverschreibung 2012 durch die Wahl eines gemeinsamen Vertreters die Möglichkeit geschaffen, nötigenfalls eine Stundung der Wandelanleihe über den Februar 2012 hinaus zu vereinbaren. 

Mit der Prüfung möglicher Optionen hat Q-Cells, wie bereits bekannt, die Investmentbank Houlihan Lokey beauftragt. Im Zusammenhang mit den Finanzverbindlichkeiten des Unternehmens aktualisiere Q-Cells, wie bereits angekündigt, derzeit auch seine mittelfristige Geschäftsplanung und lasse diese von einer renommierten Unternehmensberatung validieren. Die Arbeiten hierzu seien bereits fortgeschritten und sollen im Laufe des Novembers abgeschlossen werden, so das Unternehmen abschließend. 

Quelle: Q-Cells SE

Alle Angaben ohne Gewähr



  

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