Im solarportal24-Linkverzeichnis finden Sie schnell, einfach und kostenlos kompetente Ansprechpartner/innen für Ihre Fragen rund ums Thema Solarenergie, Erneuerbare Energien und mehr.
Architekten (22)
Berater (61)
Energieagenturen (9)
Finanzierung (17)
Forschung & Entwicklung (3)
Fort- und Weiterbildung (3)
Großhändler (54)
Handwerker (207)
Händler (69)
Komplettlösungen (22)
Medien (7)
Montagegestelle (7)
Planer (42)
private Solarseiten (15)
Solarhersteller (64)
Solarversicherungen (15)
Verbände/Vereine (13)
Versandhandel (15)
Ökologisch Bauen (12)
Mitmachen
Login / Eintrag ändern


Zurück zu den Nachrichten... Diesen Artikel ausdrucken
22.03.2013

Unumkehrbare Energiewende

Solarstrom lässt sich auch in Deutschland für zehn Cent pro Kilowattstunde produzieren. Kraftwärmekopplung arbeitet auch in kleineren Anlagen rentabel. Maßnahmen der Energieeffizienz rechnen sich zum Teil schon in zwei bis drei Jahren. Der 6. Südwestfälische Energietag an der Fachhochschule Südwestfalen, der wieder in enger Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW und den regionalen IHKs organisiert wurde, wartete vor 350 Zuhörerinnen und Zuhörern mit kleinen Sensationen auf.

Zunächst jedoch hob IHK Präsident Ralf Kersting den mahnenden Zeigefinger. Die Energiewende sei nur gemeinsam von Industrie, Politik und Gesellschaft zu schaffen. „Die Energiewende ist ein Man-to-the-moon-Projekt“, zitierte Kersting den aktuellen Kanzlerkandidaten der SPD. Wenn alle an einem Strang ziehen, könne Deutschland ein Vorreiter sein. „Aber wir leben nicht auf einer Insel“, mahnte Kersting auch die Europäische Dimension an. Er stehe zur Energiewende, aber als Geschäftsführer eines Energie-intensiven Unternehmens drohte er auch: „Wenn die Energie nicht mehr bezahlbar ist, machen wir den heimischen Standort dicht.“

Wer sind denn nun die Preistreiber? Die EEG Umlage, die mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro zu Buche schlägt? Die Strom Konzerne, die einen Gewinn von 19 Milliarden Euro vermelden? Die 2.000 begünstigten Großabnehmer, die durch Ausgleichsregelungen begünstigt werden? Letztere machen nur 4 Prozent der Industrieunternehmen aus, haben aber einen Bedarf von fast 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Industriebetriebe.

Niemand stellte die Energiewende grundsätzlich in Frage. Der Weg bietet da schon eher Diskussionsbedarf. So forderte Andreas Kuhlmann vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die Entsolidarisierung zu stoppen. Dabei hatte Kuhlmann jedoch eher die Selbstversorger und nicht die Großverbraucher im Blick.

„Gerade die energetische Selbstversorgung gewinnt derzeit enorm an Fahrt, auch daher widmen sich gleich drei Vorträge auf dem 6. Südwestfälischen Energietag der Kraft-Wärme-Kopplung“, begründete Tagungsleiter Prof. Dr. Christoph Kail das Tagungsprogramm. Die sogenannten Blockheizkraftwerke bieten zunehmend auch für mittelständische Unternehmen wirtschaftliche Vorteile. Auf großes Interesse stieß etwa eine variable Lösung der Firma Saacke, die mittels einer Mikrogasturbine Strommengen ab 30 KW produzieren kann.

Bei den Energiemanagementsystemen bekamen viele Zuhörerinnen und Zuhörer ob der aufgezählten Normen zunächst das kalte Grausen. Als es jedoch um konkrete Beispiele ging, wurden gerade die zahlreichen Unternehmensvertreter hellhörig: „Neben der Komplexität des Themas wurden erstaunliche Erfolgsgeschichten gezeigt, etwa Amortisationszeiten von wenigen Jahren und in Extremfällen sogar von wenigen Monaten“, berichtet Dr. Ralf Biernatzki vom Soester Institut i.green, Kooperationspartner des Energietages.

Auch einen unterhaltsamen Teil bot das Kapitel Energiemanagement: Stefan Scherf von den Stadtwerken Wuppertal präsentierte ein Kuriositätenkabinett am Beispiel Druckluft. Da staubte die Luftansaugung einer Anlage wegen ungünstiger Aufstellung völlig zu oder bei einer zweiten Anlage waren wegen zu hoher Umgebungstemperatur zusätzliche Kühlgeräte aufgestellt worden. „Energieverwendung im Unternehmen ist von hoher ökonomischer und ökologischer Relevanz“, fasste der Vertriebsleiter schließlich zusammen, aber sie ist auch eine „anspruchsvolle und komplexe Aufgabe“.

Den konkreten Ablauf der Erstellung und Umsetzung eines solchen Energieversorgungskonzeptes zeigte Christoph Koch von Kombiplan am Beispiel eines Futtermittelherstellers. Nach einer umfassenden Voranalyse wurde nur eine Variante detailliert untersucht und berechnet. Durch die jüngsten Strompreiserhöhungen bereite die im Bau befindliche Anlage letztlich keinerlei Mehrkosten, so Koch. Bemerkenswert, dass auch hier die Geschäftsführung die ökonomischen und ökologischen Kriterien von Unternehmensseite durchaus als gleichberechtigt betrachtete und sich hieraus Wettbewerbsvorteile erhoffte.

„Mein Ziel ist, dass die Photovoltaik günstig ist“, erklärte Herbert Muders von juwi solar. „Heute kann man mit deutschen Produkten für zehn Cent pro Kilowattstunde Solarstrom produzieren“, so zeigte Muders auf, dass die EEG Förderung ihre Früchte getragen hat. Und er rechnete vor, wie regenerative Energie inzwischen an der Strombörse für eine Senkung des Strompreises sorge. So bringe Photovoltaik gerade in der Spitzenlast-Mittagszeit die höchste Leistung. „Bezogen auf den Herstellungspreis von Energie haben wir an den Strombörsen den niedrigsten Preis seit drei Jahren“, hatte Andreas Brinkmann eingangs schon dargelegt. - Nur kommt bei den Endverbrauchern davon bisher nichts an.

Aufmerksam verfolgten die Zuhörerinnen und Zuhörer Muders praktische Ausführungen zur Windenergie, einem großen Thema für Südwestfalen: Zum einen zeigte er, wie und wie schnell eine neue Anlage errichtet wird. Vorher müsse jedoch für jeden Standort ein genaues Windprofil erstellt werden. Grundsätzlich aber gelte: Je höher, desto mehr Wind. Gerade in Waldgebieten wie dem Sauerland bieten sich Nabenhöhen von 150 bis 180 Metern an. Diese erfordern ein Fundament von etwa 12 bis 16 Meter Durchmesser. Daneben seien alle Hersteller dabei, Modelle für windschwächere Standorte zu entwickeln - mit größeren Rotordurchmessern und kleineren Motoren.

Dass neben dem Strompreis die Netzstabilität ein existenzieller Standortfaktor ist, klang in mehreren Vorträgen des 6. Energietages durch. Die Furcht, dass das deutsche Stromnetz, das sicherste der Welt, unbeständiger werden könnte, sorgte so zu einem Absatzboom von Notstromaggregaten. „Der Netzausbau ist der Flaschenhals der Energiewende“ - das sehen mit Andreas Kuhlmann alle Expertinnen und Experten ähnlich.

Quelle: Fachhochschule Südwestfalen

  

Vorheriger Artikel:
Staatliche Förderprogramme machen 2013 zum Sonnenjahr
Nächster Artikel:
Greenpeace: Energiegipfel muss Votum der Bevölkerung berücksichtigen

Newsarchiv

Mai 2019 April 2019 März 2019 Februar 2019 Januar 2019 Dezember 2018 November 2018 Oktober 2018 September 2018 August 2018 Juli 2018 Juni 2018 Mai 2018 April 2018 März 2018 Februar 2018 Januar 2018 Dezember 2017 November 2017 Oktober 2017 September 2017 August 2017 Juli 2017 Juni 2017 Mai 2017 April 2017 März 2017 Februar 2017 Januar 2017 Dezember 2016 November 2016 Oktober 2016 September 2016 August 2016 Juli 2016 Juni 2016 Mai 2016 April 2016 März 2016 Februar 2016 Januar 2016 Dezember 2015 November 2015 Oktober 2015 September 2015 August 2015 Juli 2015 Juni 2015 Mai 2015 April 2015 März 2015 Februar 2015 Januar 2015 Dezember 2014 November 2014 Oktober 2014 September 2014 August 2014 Juli 2014 Juni 2014 Mai 2014
 



  solarportal24.de Impressum | Neue Einträge | Top Links | Top Partner | 07.12.2019 21:20
                                                                 News_V2