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09.08.2013

Mit strategischem Vorgehen die Energiewende meistern

Schwäbisch Hall und Nürtingen sind bald soweit, andere Kommunen in Baden-Württemberg haben sie schon: Kommunale Klimaschutzkonzepte sind auf dem Vormarsch im Südwesten. Jetzt gibt es dazu auch konkrete Zahlen: In den rund 1.100 Städten und Gemeinden wurden in den letzten fünf Jahren bereits über 130 integrierte Konzepte und Teilkonzepte erstellt.

„Erfolgreiche Klimaschutzkonzepte beziehen die Akteure bei der Umsetzung von Anfang an mit ein“, fasst Harald Bieber von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg die bisherigen Erfahrungen zusammen. Die Landesenergieagentur hat in den letzten Jahren viele Kommunen zu Klimaschutzkonzepten beraten. „Vor allem die Kommunen, in denen das Thema zur Chefsache erklärt worden ist, sind erfolgreich“, so Bieber. Beispiele seien Aalen, Kornwestheim oder Offenburg.

Einig sind sich alle: Ein Klimaschutzkonzept „von oben“ zu beschließen oder gar anzuordnen, ist der falsche Weg. Doch wie gehen Kommunen richtig vor? Alle wichtigen Akteure sollten bei der Erstellung mit einbezogen werden, etwa Stadtwerke, Umweltgruppen, Energieberaterinnen und -berater, Energieagenturen, das lokale Handwerk oder ortsansässige Finanzinstitute. „Die Erfahrung zeigt, dass es für die spätere Umsetzung unerlässlich ist, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Konzepte überzeugt mittragen“, betont Bieber. „Und dann braucht es einen „Kümmerer“ oder eine „Kümmerin“ in der Kommune, der die Sache engagiert voranbringt und auch mit den erforderlichen Kompetenzen ausgestattet sein sollte.“

Wichtig sei, so Bieber, vor allem die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. So habe Aalen beispielsweise eine erfolgreiche Dachmarke etabliert: „Alles, was die Kommune nun im Bereich Klimaschutz unternimmt, wird unter der Marke ,Aalen schafft Klima' kommuniziert. So entsteht ein hoher Wiedererkennungswert und eine Bindung zum Thema.“ Auch Offenburg ist eine Paradekommune: Eine Aktion reiht sich an die nächste - nie jedoch ohne das Gesamtziel aus den Augen zu verlieren: Die Reduzierung der CO2 Emissionen um 80 Prozent bis 2050 auf nur noch zwei Tonnen pro Einwohner und Jahr.

Egal, ob große Städte wie Stuttgart und Karlsruhe, Kleinstädte wie Bad Schussenried und Altensteig oder Gemeinden wie Hüttlingen - wer die Energiewende nicht nur meistern, sondern aktiv gestalten möchte, braucht mehr als Einzelaktionen - ein Konzept kann der Fahrplan in eine energieeffiziente Zukunft sein.

„Wir können Kommunen nur ermutigen, diesen systematischen Weg zu gehen“, sagt Harald Bieber. „Wie in vielen anderen Bereichen, gilt auch im Klimaschutz: Wer mit Konzept arbeitet, kommt schneller, effizienter und nachhaltiger ans Ziel“. Neben dem Einbezug der Akteurinnen und Akteure brauche es auch solide Zahlen als Datengrundlage. So sind etwa Energie- und CO2-Bilanzen ein zentraler Aspekt für belastbare Aussagen und Maßnahmenvorschläge. Der Bund fördert Konzepte mit bis zu 65 Prozent der Kosten.

Inzwischen hat sich das herumgesprochen. Laut des Service- und Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) aus Berlin wurden seit 2008 von Kommunen in Baden-Württemberg über 700 Förderanträge für Klimaschutzkonzepte, Teilkonzepte, ausgewählte Maßnahmen, die Einstellung eines kommunalen Klimaschutzmanagers oder für neue Stromtechnologien gestellt. Unterstützung bei der Konzepterstellung für Kommunen im Südwesten gibt es bei der Landesenergieagentur KEA.

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrheitsgesellschafter ist das Land Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA ist in Karlsruhe.

Quelle: KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

  

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