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12.06.2007

Deutsche Solar-Meister stehen fest!

1.074 Kommunen und darüber hinaus 608 Dörfer sowie Ortsteile haben in dieser Saison um die Deutsche Meisterschaft in der Solarbundesliga mitgefiebert. Am Ende konnte sich wieder einmal die kleine Kommune Rettenbach am Auerberg durchsetzen und wurde mit 729 Punkten Deutscher Meister, knapp vor Gollhofen (725 Punkten) und Ingenried (633 Punkte). Unter den Großstädten über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überholte Ulm die langjährige Siegerin Freiburg.

Die Fachzeitschrift Solarthemen und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) organisieren die Solarbundesliga seit sechs Jahren. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium und einigen Fans aus dem Kreis der Solarwirtschaft und von Kommunen. „Unser Wettbewerb wird immer beliebter“, sagt Rainer Baake, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe: „Die Entwicklung dokumentiert den enormen Stellenwert, der der Nutzung der Solarenergie in immer mehr Kommunen beigemessen wird.“ 

Die Meisterehrung der Siegerkommunen in unterschiedlichen Kategorien fand am 8. Juni in Fürth im Rahmen eines Solarbundesliga-Kongresses statt. Eingeladen hat dazu die Stadt Fürth in Kooperation mit den Solarbundesliga-Veranstaltern. 

Nachdem Freiburg in den vergangenen Jahren ununterbrochen die Solarbundesliga unter den Großstädten über 100.000 Einwohner dominiert hatte, wurde die Breisgaumetropole in dieser Saison von Ulm (44 Punkte) abgelöst. Mit Ingolstadt teilt sie sich den zweiten Platz (jeweils 41 Punkte). „Der Abstand zwischen Freiburg und Ingolstadt erwies sich als so gering - nur 0,02 Punkte - dass dies nicht über die Platzierung entscheiden sollte“, erklärt Andreas Witt, der Herausgeber der Solarthemen. 

Bei den Mittelstädten (10.000 bis 99.999 Einwohner) entschied Neckarsulm mit 118 Punkten das Rennen für sich. Es folgen auf den Siegerplätzen 2 und 3 die Kommunen Trostberg (115 Punkte) und Rheinau (112 Punkte). Bei den Kleinstädten (1.000 bis 9.999 Einwohner) liegen drei bayerische Orte ganz vorn: Kastl gewinnt mit 561 Punkten, Engelsberg (474 Punkte) und Feichten an der Alz (445 Punkte) belegen die Ränge 2 und 3. 

Auch in den beiden Einzeldisziplinen „Solarstrom“ und „Solarwärme“ wurden die Sieger ermittelt. Deutscher Meister in der Kategorie „Solarwärme“ darf sich wieder der bayerische Ort Schalkham nennen. „Dort ist die Rekordzahl von 1,35 Quadratmetern Solarkollektoren pro Kopf der Bevölkerung installiert“, sagt Witt. Damit konnte Schalkham den letztjährigen Sieger, das rheinland-pfälzische Schwerbach (1,33 Quadratmeter/Einwohner), auf Rang 2 verdrängen. Dritter wurde der Ort Breit (0,93 Quadratmeter/Einwohner). 

Rheinland-Pfalz stellt die Siegerkommune beim Solarstrom. Heckhuscheid mit seinen 162 Einwohnern kommt pro Kopf auf eine Solarstrom-Leistung von 1185 Watt Zweiter in diese Disziplin ist Rettenbach am Auerberg mit 1010 Watt/Kopf vor Gollhofen mit 987 Watt/Kopf.
„Es war wieder spannend bis zur letzten Minute“, erzählt Witt. Am Stichtag seien noch um 2 Minuten vor Mitternacht die letzten Meldungen eingegangen. „In der Solarbundesliga zählt jede einzelne Solaranlage – nur die Kommunen, die die von ihren Bürgern gebauten Anlagen erfassen, haben eine Chance.“ 

Der Wettbewerb zeige allerdings auch, was erreichbar ist, so Witt: „Jede Kommune kann sich in ihrer jeweiligen Größenklasse an den Siegern ein Beispiel nehmen.“ Rechnet man zum Beispiel die in Neckarsulm bislang schon errichteten Solarwärmeanlagen hoch auf Gesamtdeutschland, so wären hierzulande schon mehr als 26 Millionen Quadratmeter Solarwärmekollektoren installiert. Überträgt man die Solarstromleistung in Neckarsulm gedanklich auf Deutschland, so ergibt dies eine Leistung von mehr als sechs Gigawatt. „Den Vergleich mit Heckhuscheid wollen wir nicht ziehen, denn dann wären es fast 95 Gigawatt, also bezüglich der Nennleistung der Gegenwert von ausgewachsenen 95 Atomkraftwerken“. 

Unmittelbar nach der Meisterfeier startete bereits die nächste Saison der Solarbundesliga. Neue Städte, Gemeinden, Dörfer und Ortsteile können sich jederzeit anmelden. Alle Informationen dazu finden sich auf der Internetseite www.solarbundesliga.de. „Wir sind schon gespannt, welche Kommunen am Ende der nun startenden Saison vorne liegen“, so Baake. 

Quelle: Solarthemen

  

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