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27.06.2006

Meisterliche Sonnenenergie

Jetzt ist es „amtlich“: In der von der Fachredaktion Solarthemen und der Deutschen Umwelthilfe veranstalteten Solarbundesliga gibt einen neuen Deutschen Meister! Mehr als 900 Kommunen lieferten sich in der Saison 2005/2006 einen spannenden Wettstreit. Am Ende war die Überraschung perfekt: Die bayerische Gemeinde Gollhofen ist neuer Deutsche Meister der Solarbundesliga. Die 825-Einwohner-Gemeinde südlich von Würzburg siegte mit 676 Ligapunkten. Titelverteidiger Rettenbach am Auerberg musste sich diesmal mit Platz 2 zufrieden geben (631 Punkte). Dritter wurde Halsbach (553 Punkte).

Dabei hatte es bis kurz vor Meldeschluss noch so ausgesehen, als könnte Rettenbach seinen Meistertitel verteidigen. Doch die Gollhofener legten sich am Tag des Meldeschlusses nochmal richtig ins Zeug: „Spontan haben wir noch alle Solarwärmeanlagen im Ort erfasst“, berichtet Harald Trabert vom Solarstammtisch Gollhofen, „wir haben herumtelefoniert und sind in die Außenbereiche gefahren.“ Die Mühe hat sich gelohnt. Die 825-Einwohner-Gemeinde südlich von Würzburg siegte schließlich mit 676 Ligapunkten vor Rettenbach am Auerberg (631 Punkte) und Halsbach (553 Punkte).

Auch bei den Großstädten war es diesmal spannend geworden, nachdem Freiburg als langjährige ‚Solarhauptstadt’ zeitweise auf den dritten Platz abgerutscht war. Doch zum Schluss hatten die Freiburger wieder die Nase vorn und siegten vor Ulm und Ingolstadt. Den Titel der Mittelstädte holte sich Neckarsulm vor Trostberg und Bürstadt. Bei den Kleinstädten konnte sich Kastl vor Engelsberg und Wildsteig durchsetzen.

Auch in den beiden Einzeldisziplinen „Solarstrom“ und „Solarwärme“ wurden die Sieger ermittelt. Deutscher Meister in der Kategorie „Solarwärme“ darf sich ab sofort das rheinland-pfälzische Schwerbach nennen. Es kommt auf 1,33 Quadratmeter solarthermische Fläche pro Einwohner. Das Nachsehen hat der viermalige Sieger dieser Kategorie, Schalkham (1,28 Quadratmeter Solarthermie pro Einwohner). In der Kategorie „Solarstrom“ ist Heckhuscheid aus Rheinland-Pfalz mit 1185 Watt pro Einwohner Meister.

Organisatoren der Solarbundesliga sind seit 2001 die Zeitschrift Solarthemen und die Deutsche Umwelthilfe. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium. „Wir freuen uns über die von Monat zu Monat wachsende Beteiligung“, erklärt Solarthemen-Herausgeber Andreas Witt: „Es ist einfach begeisternd zu sehen, wie engagiert Solarenergie in vielen deutschen Kommunen bereits genutzt wird.“

In der Siegerkommune Gollhofen mit ihren 825 Einwohnern beispielsweise sind pro Kopf fast ein Kilowatt Solarstromleistung und 0,73 Quadratmeter Solarkollektorfläche installiert. „Der gesamte Ort duscht praktisch schon fast ausschließlich mit Sonnenwärme“, so Witt. „Gäbe es eine Weltmeisterschaft für Sonnenenergie wären die deutschen Kommunen hier noch klarere Favoriten als unsere Fußballer bei der laufenden WM“, so Jörg Dürr-Pucher, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Insgesamt sind es nun 905 Städte und Gemeinden, die in der Solarbundesliga mitspielen. Ihre 23,6 Millionen Einwohner bringen es auf zusammen 648.850 Quadratmeter Solarwärme und 311.565 Kilowatt Solarstrom. Hinzu kommen noch einmal 509 Ortsteile in der Ortsteilliga. Klar ist also: Sieger sind eigentlich alle.

Neue Städte, Gemeinden, Dörfer und Ortsteile können sich jederzeit anmelden. Alle Informationen dazu finden sich auf der Internetseite www.solarbundesliga.de.

Quelle: Solarbundesliga

  

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