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18.06.2008

Solarbundesliga: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“

Während sich die Fußballteams zur Europameisterschaft noch um den Titel kämpfen, hat sich die Meisterschaft in der Solarbundesliga entschieden. In der Solarbundesliga kämpfen Städte und Gemeinden um die höchste Dichte von Fotovoltaik und Solarwärme-Anlagen in Deutschland. 1.221 Kommunen und darüber hinaus 676 Dörfer sowie Ortsteile traten in der Saison 2007/2008 an, um zu ermitteln, welche Gemeinde nach den Liga-Regeln die meisten Punkte erzielen konnte. Erneut konnte sich die Allgäuer Gemeinde Rettenbach am Auerberg durchsetzen.

„Die Allgäuer Gemeinde Rettenbach am Auerberg, der Rekordmeister, hat am Schluss den Wettkampf mit 991 Punkten klar für sich entschieden“, verkündet Solarthemen-Redakteur Andreas Witt, einer der Organisatoren der Solarbundesliga, das „amtliche Endergebnis“. Allerdings sei es während der Saison knapp gewesen, so Witt: „Erstmals lag einige Wochen eine Kommune aus Schleswig-Holstein vorn: Frestedt.“ Dieser Ort kam jetzt mit 846 Punkte auf den 2. Platz. Dritter wurde das bayerische Gollhofen (829 Punkte). 

„Die Dominanz der Bayern in dieser Liga gerät ins Wanken“, beschreibt Robert Spreter von der Deutschen Umwelthilfe einen Trend. In diesem Jahr liegen drei Kommunen aus Schleswig-Holstein in der Disziplin Solarstrom vorn. „Kaiser-Wilhelm-Koog, Frestedt und Kronprinzenkoog – das ist unser neues Stürmertrio für Solarstrom“, erklärt Witt: „Sie zeigen, dass sich mit der Sonne auch im Norden hervorragend Energie gewinnen lässt.“ Deutscher Meister kann allerdings nur Komunen werden, die neben dem Solarstrom auch die Sonnenwärme nutzen. Die meisten Punkte in der Solarbundesliga erhält, wer in beiden Bereichen möglichst viel Leistung bzw. Fläche auf die Dächer bringt. 

Hart umkämpft war auch in diesem Jahr die Wertung der Großstädte in der Solarbundesliga. „Das hat sich erst in den letzten Minuten entschieden“, so Witt. Ulm siegte mit 53 Punkten vor Ingolstadt mit 52 Punkten. Freiburg kommt mit 45 Punkten auf den dritten Platz.
Bei den Mittelstädten erreichte Crailsheim (155 Punkte) vor Vilsbiburg (150 Punkte) und Neckarsulm (149 Punkte) den ersten Platz. Mit 690 Punkten kann sich Niederbergkirchen bei den Kleinstädten ganz oben auf die Siegertreppe stellen. Zweiter wird hier Kastl (642 Punkte) vor Engelsberg (541 Punkte). Weiter führt in der Sonderwertung Sonnenwärme das bayerische Schalkam mit 1,4 Quadratmetern je Einwohner. Schwerbach kommt auf 1,33 und Breit auf 0,94 Quadratmeter. 

Die heimlichen Stars der Solarbundesliga sind die Dörfer und Ortsteile. Hier bewirken geringe Einwohnerzahlen und großes Engagement hohe Punktzahlen. Der zu Ingenried gehörende Ortsteil Erbenschwang kommt auf 2090 Punkte; je Einwohner sind hier rund 3800 Watt Solarstromleistung und rund 1 Quadratmeter Kollektorfläche zur Nutzung der Sonnenwärme installiert. Auf dem zweiten und dritten Platz in der eigenständigen Ortsteil-Liga folgen das zu Heilbronn zählende Neuhöflein (2001 Punkte) und der Bad Windsheimer Ortsteil Berolzheim (1698 Punkte). 

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, zitiert Robert Spreter von der Deutschen Umwelthilfe Sepp Herberger. Schon jetzt können sich neue Kommunen in der anlaufenden Saison 2008/2009 engagieren. Alle Informationen und ein Meldeformular finden sich leicht per Klick auf die Internetseite www.solarbundesliga.de

„Wir sind gespannt, wie sich die im Bundestag neu beschlossenen Gesetze auswirken“, so Spreter. Die Parlamentarier haben das Erneuerbare-Energien-Gesetz novelliert, das sinkende Einspeisevergütungen für Solarstrom vorsieht. Und sie haben ein neues Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz beschlossen, das den Einsatz von erneuerbaren Energien in Neubauten zur Pflicht macht, so die Macher der Solarbundesliga in ihrer Pressemitteilung abschließend.
 
Quelle: Solarthemen/Solarbundesliga

  

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