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22.06.2011

Architektonischer Blickfang: Photovoltaik-Fassade

Nach zwei Jahren des Umbaus und der energetischen Sanierung wurde jetzt der Erweiterungsbau des Naturhistorischen Museums in Mainz von der Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) offiziell an die Museumsleitung übergeben. Architektonischer Blickfang des auf Bio- und Geowissenschaften spezialisierten Museums im Zentrum der Stadt ist eine neue Photovoltaik Fassade, die Strom produziert und gleichzeitig für eine Verschattung des Innenbereichs sorgt.

Der imponierende gläserne Vorbau bietet künftig neben einem Café zusätzliche Ausstellungsfläche. Die neue Fassade solle ein „Schaufenster der Wissenschaft“ sein, so der Leiter des Museums, Dr. Michael Schmitz. Konzeptionell sei geplant, das Museum zu einem Umweltmuseum und Zentrum für ökologische Bildung auszubauen.

Erste Schritte auf dem Weg dorthin stellen zum einen die Verglasung mit rund 70 Quadratmeter entspiegeltem „Amiran“ Glas von SCHOTT im unteren Fassadenbereich dar, die Passanten eine ungestörte Durchsicht ermöglicht. Zum anderen wurde der Anbau an den ehemaligen Klosterkomplexes mit einer Fassade aus „ASI Thru“ Solarmodulen von SCHOTT ausgestattet. Diese überzeuge sowohl ästhetisch durch ihre Transparenz als auch durch ihre Energiebilanz, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Verbaut wurden demnach insgesamt 269 Module auf einer Fläche von 271 Quadratmetern. Davon sind rund 200 Quadratmeter „aktiv“, das heißt Strom erzeugend. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt 9,5 Kilowattpeak (kWp); dieser Wert gibt die Leistung an, die ein Solarmodul bei voller Sonnenbestrahlung bei definierten Testbedingungen erreicht. Der geschätzte Stromertrag der aktiven Modulfläche wird mit etwa 6.000 Kilowattstunden pro Jahr beziffert; dies entspricht etwa dem jährlichen Stromverbrauch von zwei 3-Personen-Haushalten.

„Das Naturhistorische Museum zeigt, dass eine energetische Sanierung sowohl unter Umwelt- als auch Kostenaspekten Sinn macht. Innovative Solararchitektur eröffnet auch historischen Gebäuden interessante Optionen, wie das erste „grüne“ und mittlerweile über hundert Jahre alte Museum der Stadt Mainz dokumentiert“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstands der SCHOTT AG, anlässlich der Inbetriebnahme der Solarfassade.

Die im oberen Bereich der Fassade eingesetzten halbdurchsichtigen Photovoltaik Module bestehen aus einer Glasscheibe, die dünn mit amorphem Silizium beschichtet ist. In dieser Halbleiterschicht setzt das Sonnenlicht Elektronen frei. Als zweite Komponenten dient ein Wärmedämm-Isolierglas zur Stabilisierung.

„ASI Thru“ Module erzeugen Unternehmensangaben zufolge nicht nur Strom sondern lassen auch einen Teil des Tageslichts einfallen. Dadurch spenden sie Schatten und sorgen für eine angenehme Klimatisierung im Innenraum. Der Energiedurchlassgrad beträgt nur 10 Prozent, d.h. nur 10 Prozent der Sonnenenergie kommen ins Innere des Gebäudes, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Anders sei dies im Winter, wo die besondere Beschichtung selektiert zwischen kurzwelliger Sonnenstrahlung und langwelliger Wärmestrahlung. So würden photovoltaische „ASI Thru“ Isoliergläser vergleichbar niedrige Wärmedämmwerte erreichen wie hochwertige konventionelle Isoliergläser. Damit eigneten sie sich für großflächige Verglasungen ohne Komforteinbußen im Winter – sowohl bei energetischen Sanierungen von historischen Gebäuden und Altbauten als auch für Neubauprojekte, so das Unternehmen.

Für die so. genannte „Pfosten-Riegel-Fassade“ des Naturhistorischen Museums wurde von Sapa (Ratingen) ein spezielles Profil entwickelt mit einem in dem Profil integrierten Kabelaufnahme und -führung. Rein äußerlich unterscheide sich das sehr filigrane Profil nicht von anderen handelsüblichen Pfosten-Riegel-Konstruktionen, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

Quelle: SCHOTT Solar AG

  

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